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OHC I – THW Kiel II 24:24 (13:11)

„Wir sind für ein hartes Stück Arbeit nicht belohnt worden“
Regionalliga Männer / Oranienburger HC spielt gegen Kiel II unentschieden

Es war eine „So-oder-so- Entscheidung“, die dem OHC zum Verhängnis wurde. In letzter Sekunde verwandelte Kiel einen Siebenmeter.

Selten stand den OHC-Spielern die Enttäuschung dermaßen ins Gesicht geschrieben wie nach dem Abpfiff am Sonnabendabend. Heiner Throl trottete schwerfällig, kopfschüttelnd und allein in eine Ecke der Halle, Spielertrainer Riccardo Tourmo setzte ein bedrücktes Gesicht auf und konnte es nicht verstehen. „Wir wurden heute um unseren Lohn gebracht. Wir hatten uns den Sieg verdient!“ Das Unentschieden drückte den Spielern, Trainern und Zuschauern deshalb so aufs Gemüt, weil der OHC eine blendende Vorstellung abgegeben hatte und der letzte Gegentreffer der Kieler durch einen umstrittenen Siebenmeter in der Schlussekunde fiel. Die Kieler hatten ihren Rechtsaußen mit einem hohen Anspiel in den Kreis bedient. Benjamin Hinz sprang mit seinem Gegenspieler hoch, beide Spieler berührten sich und fielen hin. Ein Strafwurf, den man nicht geben muss. Die Unparteiischen taten es. Lukas Stürze behielt die Nerven und überwand den starken OHC-Keeper Enrico Büchner.

Die Oranienburger waren in den 60 Spielminuten nicht wiederzuerkennen im Vergleich zum Spiel in Schwerin sechs Tage zuvor (28:35). Der Biss, die Zielgenauigkeit, das Timing, das Selbstbewusstsein – alles stimmte gegen das Juniorteam des THW Kiel, dem deutschen Abo-Meister. Mike Schröder lieferte nach seiner siebenwöchigen Verletzungspause ein astreines Comeback. Als „Vorgezogener“ störte er unablässig den Spielaufbau der Gäste, als Kreisläufer sprang er wunderbar in die Bresche für die kranken Michael Ziemann, Denny Groth und den angeschlagenen Robert Stelzig, der später trotzdem noch spielte. Nach den Toren der entschlossen werfenden Christian Riedel, Tim Fröhlich und Heiner Throl verschaffte sich der OHC schnell ein kleines Polster (4:1, 7:3, 9:5/18. Minute). Beim 12:7 reichte es Gästetrainer Volker Paul – er wechselte den wieder im Aufbau befindlichen schwedischen Nationaltorhüter Andreas Palicka ein. Der bremste mit seinen Paraden den OHC aus. 13:11 stand es zur Pause, nach 40 Minuten glich Kiel aus (17:17). Vor den schätzungsweise 700 begeisterten Zuschauern begann das Kopf-an-Kopf-Rennen. 19:17, 19:20, 21:20, 22:23, 24:23 durch Christian Riedel (59.), zwischendrin equisite Abwehrarbeit und tolle Torwartparaden. OHC-Rückraumspieler Tim Fröhlich: „Wir sind für ein hartes Stück Arbeit nicht belohnt worden.“

OHC I: Tredup, Büchner – Fuchs (4), Stelzig, Throl (5), Hinz (1/1), Siegler (1), Pommerening, Schröder (4), Fröhlich (2), Riedel (6/1), Klimczak, Starke (1/1)

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 24.01.2010, Stefan Blumberg

 

OHCI-KielII OHCI-KielII
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STIMMEN

Riccardo Tourmo, Spielertrainer OHC: „Wir sind um den Lohn gebracht worden. Ärgerlich die Situation vorm letzten Tor. Wir haben mit allem gerechnet, auch mit solch einem Anspiel in den Kreis. Sicher, wir hatten es vorher in der Hand, das Spiel zu entscheiden. Dieses Unentschieden ist weder Fisch noch Fleisch.“

Volker Paul, Trainer Kiel II: „Es waren heute zwei gleichwertige Teams, der OHC startete besser. Mit der Einwechslung von Torwart Palicka haben wir die Wende geschafft.“

Heiner Throl, Spieler OHC: „Wir haben ein geiles Spiel gemacht, aber holen nur einen Punkt. Das ärgert mich. Wir haben hinten gut gestanden, vorn gut gespielt, auch wenn einige Chancen vergeben wurden. Es war ein blödes letztes Tor, das wir geschluckt haben.“

Tim Fröhlich, Spieler OHC: „Wir haben einige Chancen vergeben, blieben andererseits in der Abwehr unter 25 Gegentore. Ist schon toll. Mit etwas Glück hält Enno den letzten Siebenmeter – es sollte aber nicht sein.“

Werner Siegler, Präsident OHC: „Gegen solch eine Mannschaft mit solch einer Leistung ein Unentschieden zu erzielen, halte ich für einen Punktgewinn und nicht für einen Punktverlust.“

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 24.01.2010, Stefan Blumberg


Vorschau

„Zeitz wird nicht spielen!“

Oranienburg Nach der 28:35-Pleite bei Post Schwerin vor einer Woche spielt der Oranienburger HC heute wieder gegen eine Bundesliga-Reserve: den THW Kiel II. Die Angst, dass auch das Junior-Team der Kieler mit Profis antreten könnte, geht beim OHC nicht um. „Was sollen wir uns verrückt machen lassen?“, fragt sich Trainer Thomas Spieckermann. Wenn es so ist, können wir es nicht ändern.“ Das gestreute Gerücht, dass Nationalspieler Christian Zeitz (166 Spiele/458 Tore) mit nach Oranienburg kommen würde, wehrte THW-Trainer Volker Paul ab: „Ich hätte ihn sicher gern dabei. Aber er kommt nicht mit.“ Dafür wird er wohl – wie schon vor einer Woche beim überraschenden 27:23-Sieg gegen Preussen Berlin – den schwedischen Auswahlkeeper Andreas Palicka (14 A-Länderspiele) im Kader haben. „Ich erwarte ein Duell von zwei Teams, die auf Augenhöhe agieren. Die Oranienburger sollen ja ein großes Publikum hinter sich haben.“

Bei den Oranienburgern wurde der Zusammenfall der Mannschaft in Schwerin ausgewertet. „Wir haben festgestellt, dass es nicht an irgendwelchen Profis lag, sondern an uns.“ Die Mannschaft habe die Torchancen gehabt und sie nicht gemacht; und sie habe in der Abwehr den Überblick verloren. Das wollen die OHC-Spieler heute gegen Kiel II (Hinspiel: 27:30-Niederlage) besser machen. „Wir werden alles geben“, verspricht Thomas Spieckermann. Nicht im Aufgebot sind Michael Ziemann, Denny Groth und vermutlich auch nicht Erik Pommerening und Niko Harnge (alle krank). Sein Comeback wird Mike Schröder nach seiner Verletzung aus dem Spiel gegen den DHK Flensborg Anfang Dezember feiern.

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 22.01.2010, Stefan Blumberg