OHC I –
Bramstadter TS 33:33 (18:21)
OHC: Fröhlich verlängert vor Bramstedt-Spiel
Beim Unternehmen Klassenerhalt in der
Handball-Regionalliga Nordost will der Oranienburger HC (14:14 Punkte) heute
den nächsten Schritt nach vorn gehen. Nachdem die Mannschaft in den
vergangenen Wochen nur vorwärts marschierte (12:2 Punkte, keine Niederlage),
gastiert heute ab 18 Uhr der Tabellenvorletzte Bramstedter TS (6:22 Punkte)
in der MBS-Arena in der André-Pican-Straße. „Dass wir gewinnen wollen, ist
klar. Aber wir wissen, dass es für die Bramstedter auch um viel geht.
Deshalb wird das heute ein Fight“, prognostiziert Thomas Spieckermann,
Trainer des OHC. Er weiß, dass die Gäste ein sehr junges, robustes Team
beisammen haben. Und nicht vergessen ist, dass die Bramstedter eine der
wenigen Mannschaften sind, gegen die die Oranienburger in der vergangenen
Saison eine negative Statistik in den Annalen zu stehen haben (24:26-
Niederlage, 26:26). „Also darüber mache ich mir nun wirklich keine
Gedanken“, so Spieckermann. „Unsere Spieler sind derzeit mental so stark,
dass ich ganz zuversichtlich bin, die zwei Punkte zu holen. Im Gegensatz zur
vergangenen Woche, als die Bank des OHC beim 25:24-Pokalsieg in Usedom
spärlich besetzt war, ist der Kader heute wieder mit 14 Akteuren bestückt.
Lediglich Denny Groth (krank) und Mike Schröder (verletzt) fehlen.“
Eine
positive Nachricht gibt es vor der Partie noch: Spielmacher Tim Fröhlich
verlängerte um ein weiteres Jahr beim OHC.
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 09.01.2010,
Stefan Blumberg
Chaos-Abwehr und Angriffsorkan
Auf und ab beim OHC / Ein
Punkt gegen Bramstedt
Die zwei angepeilten Punkte holte der Oranienburger HC
nicht, weil die Abwehr gegen den Abstiegs- anwärter lange nicht auf der Höhe
war. Ein klarer Vorsprung wurde hergegeben.
Die Berg- und Talfahrt im
Spiel des OHC am Sonnabend endete mit einem Punkt gegen den
Tabellenvorletzten. „Ein bisschen flau im Magen ist mir schon“, sagt
Spieler-Trainer Riccardo Tourmo. „Wegen der ganz schlechten Abwehrleistung
in der ersten Halbzeit und weil wir einen Fünf-Tore-Vorsprung aus der Hand
gegeben haben.“
Die Oranienburger wirkten in der Abwehr teilweise wie
ein aufgescheuchter Hühnerhaufen. Die Bramstedter wirbelten im Angriff wie
vor der Halle die Schneeflocken wie wild. So schnell, wie sie den Ball vor
der Oranienburger Deckung hin und her spielten, immer wieder den freien
Mitspieler am Kreis fanden, genauso schnell fielen die Gegentore. „Das ging
zack, zack, wir sind damit nicht klargekommen“, sagte Torwart Gunnar Tredup.
Da der OHC die eigenen Angriffe zwar auch fast immer mit Toren abschloss,
blieben beide Teams lange gleichauf. Nach der 2:0-Führung drehten die
Norddeutschen das Resultat (2:3). In der Regel legten die Oranienburger
immer vor (6:5, 9:7, 11:9). Die Gäste ließen sich nicht abschütteln und
glichen beim 13:13 (20.) nach längerer Zeit erstmals wieder aus. Und in der
Endphase der ersten Hälfte – der OHC stellte in der Deckung personell um und
probierte verschiedene Abwehrvarianten aus – kam es noch dicker: Innerhalb
von fünf Minuten stand es 18:21. Lange Gesichter im Oranienburger Lager, die
Fans wurden ruhiger.
Das änderte sich zunächst auch nach dem Wechsel
nicht. Der OHC nahm die beiden „halben“ Rückraumspieler Tom Wetzel und den
jungen, zweitligaerfahrenen Tim Völzke in Manndeckung. Das führte zunächst
nicht zum Erfolg (20:24, 21:25). Erst der Treffer von Heiner Throl zum 22:25
war der Beginn von dem Tempohandball, den die Oranienburger spielen können
und eigentlich wollen. Vor allem Benny Hinz war mit seinen Treffern nach
Gegenstößen ein sicherer Vollstrecker: Acht Tore in Folge markierte der OHC
zur eigenen 29:25-Führung. Die Halle tobte. „Jetzt war wieder die
Körpersprache zu sehen, die wir auch erwarten“, so Riccardo Tourmo. Tore
erzielte der OHC auch in Unterzahl.
Apropos Unterzahl: Die
Oranienburger standen einmal mehr nicht in der Gunst der Schiedsrichter.
Zehn Zeitstrafen (fünf für die Gäste) hagelte es, auch wenn es dabei einige
wegen angeblicher Disziplinlosigkeiten gab. Nach dem 31:26 (50.) schmolz der
Vorsprung, als der OHC in doppelter, kurz sogar in dreifacher Unterzahl auf
dem Parkett stand. 31:29 hieß es fünf Minuten vorm Ende, dann noch einmal
33:30. Der OHC schaffte es nicht, diesen Vorsprung über die Zeit zu bringen.
Eine Minute vorm Ende traf Alexander Hennings zum 33:33. Die große Chance,
wieder vorzulegen, vergab Sascha Klimczak. Bis dahin hatte er seine vier
Siebenmeter verwandelt, diesmal scheiterte er an Robert Wetzel, der vor
einem Jahr mit der deutschen Nationalmannschaft A-Junioren-Europameister
geworden war.
OHC:
Tredup, Büchner – Ziemann (1), Harnge (4), Throl (2), Hinz (8), Siegler,
Pommerening, Fröhlich (4), Riedel (3), Klimczak (8/4), Starke (1), Stelzig
(2).
STIMMEN
Thomas Spieckermann, Trainer OHC: „Solche Tage gibt es.
Ich hoffe, es ist jetzt wieder vorbei. Mit der Angriffsleistung können wir
ganz zufrieden sein, aber 21Gegentore in einer Halbzeit sind zu viel.
Wichtig war, dass wir in der 2. Halbzeit zurückgekommen sind. Klar ist
trotzdem, dass das Unentschieden gegen so einen Gegner enttäuschend ist.“
Martin Siegler, OHC-Spieler: „Wir haben zum Ende hin die
gleichen Fehler gemacht wie in der ersten Halbzeit. Ärgerlich sind natürlich
einige Zeitstrafen. Wir kennen die Schiedsrichter und wissen, wie sie
reagieren. Da darf man eben nichts sagen, sonst fliegt man runter. In der
Abwehr hat nichts geklappt, es fehlte auch wieder einmal der Biss. Es ist
uns zumindest in der ersten Hälfte nicht gelungen, die „Halben“ der
Bramstedter herauszunehmen.“
Michael Ziemann, Spieler OHC: Der eine Punkt ist nicht in
Ordnung, denn wir müssen den Fünf-Tore-Vorsprung nach Hause bringen. Aber
wir haben den Bramstedtern den „Todesstoß“ nicht versetzt.“
Robert Wetzel, Torwart Bramstedter TS: „Eigentlich hätten
wir hier gewinnen müssen. Wir waren 40 Minuten lang das bessere Team und
gaben den Sieg nach einer kurzen und schlechten Phase aus der Hand. Aber bei
den heimstarken Oranienburgern muss man nicht unbedingt gewinnen. Wir müssen
gegen die untenstehenden Teams punkten.“ s
Oranienburg: Remis-Könige der Liga
Die Regionalliga-Handballer des OHC kamen am Sonnabend gegen den
Tabellenvorletzten Bramstedter TS nicht über ein 33:33 (18:21)-Unentschieden
hinaus.
Vor mehr als 400 Zuschauern in der Oranienburger MBS-Arena
verspielten die Kreisstädter in den letzten zehn Minuten noch eine
31:26-Führung. Zuvor hatte das Spieckermann/Tourmo-Team einen
21:25-Rückstand gedreht.
"Die Bramstedter lagen doch eigentlich schon
am Boden, wir hätten sie nur richtig umschubsen müssen. Schade, zwei Punkte
wären drin gewesen", ärgerte sich OHC-Akteur Michael Ziemann nach dem
Schlusspfiff über die verpasste Chance seines Teams, die Hinrunde mit einem
positiven Punkteverhältnis zu beenden. So aber stehen nach 15 Spielen
15:15-Punkte zu Buche, was aktuell Platz neun und die Qualifikation für die
neue dritte Liga bedeutet. "Vielleicht fehlt am Ende der Saison dieser eine
Punkt, den wir gegen Bramstedt verloren haben. Deshalb können wir mit dem
Remis nicht zufrieden sein", meinte auch Linksaußen Benjamin Hinz. Für den
OHC war es bereits die fünfte Punkteteilung im laufenden Spieljahr - kein
anderes Team aus der Regionalliga spielte öfter unentschieden.
Beste
Torschützen am Sonnabend für den OHC waren Benjamin Hinz und Sascha Klimczak
mit je acht Treffern. Für Bramstedt traf Tom Wetzel mit zehn Toren am
häufigsten.
Presseartikel Oranienburger Generalanzeiger, 10.01.2010