BFC Preußen –
OHC I 26:26 (13:15)
Oranienburger HC macht die Adler flügellahm und
punktet
OHC zeitweise mit zwei Feldspielern
auf dem Parkett
Überschwänglicher Jubel und Angst vor einer Pleite – selten zuvor wechselten
die Gesichtszüge der Spieler und Fans des OHC so häufig wie am Sonnabend im
Adlerhorst von Berlin. „Das war so ein emotionales Spiel, dass ich wohl um
zehn Jahre gealtert bin“, sagte OHC-Trainer Thomas Spieckermann nach der
Partie, in der es auf- und abging. Am Ende war der aufstrebende OHC die
erste Mannschaft, die in dieser Saison einen Punkt aus dem Adlerhorst
entführt hat. „Das Unentschieden geht völlig in Ordnung. Wir haben zwei
Teams gesehen, die auf Augenhöhe spielten“, so Preußen-Trainer Stefan Krai,
der mit dem Remis sehr gut leben kann.
Der OHC gab am Sonnabend von
Anfang an Gas. Zielstrebig und ruhig suchte die Mannschaft den Torerfolg und
fand ihn. Die Gäste führten, angefeuert vom zahlenmäßig etwa gleichstarken
Publikum wie die Berliner, in der Anfangsphase (3:1, 5:4, 7:5). Auch
deshalb, weil Torwart Gunnar Tredup mehrere „Riesen“ entschärfte und
Benjamin Hinz die Preußen-Wunderwaffe Max Bachmann, der im Schnitt acht Tore
pro Spiel erzielt, in Manndeckung nahm. „Bachmann warf zwar am Ende fünf
Tore, aber die Taktik ging auf“, befand Thomas Spieckermann. Schließlich
werfen die Preußen im Schnitt 34 Tore pro Spiel. Der OHC machte den BFC
flügellahm. Erst beim 9:8 lagen die Hausherren, immerhin Tabellendritter,
das erste Mal vorn, beim 12:10 dann mit zwei Toren. Aber die Oranienburger
holten sich die Führung zurück. Mit 15:13 für das Oberhavelteam ging es in
die Pause.
Und die Gäste legten gleich nach. Binnen Minuten stand es
18:14. Jetzt begann die Zeit, in der das Schiedsrichtergespann Ehrig/Hintz
das Spiel nicht mehr im Griff hatte. Zwar hatte der schnelle Ausgleich
(19:19) damit noch nicht soviel zu tun, doch beim 22:22 stellten die
Unparteiischen die OHC-Spieler reihenweise herunter. Am Ende standen neben
Torwart Enrico Büchner nur noch Tim Fröhlich und Christian Riedel auf der
Platte. „Ich habe so was schon mal erlebt, das war noch in meiner Zeit beim
PSV Tegel“, so Tim Fröhlich. Torwart Tredup bekam zwei Zeitstrafen; für ein
Foul und wegen Meckerei. „Ich habe den Schiri darauf hingewiesen, dass mich
der Preußenspieler im Fallen bewusst getreten hat, mehr nicht. Der durfte
weiterspielen“, so Tredup.
In dieser Zeit setzten sich die Preußen
auf 25:22 ab (52.). Das schien es gewesen zu sein. Die OHC-Fans wurden etwas
ruhiger. Doch die Spieler brannten darauf, zurückzukommen in dieses Derby.
Nach und nach vervollständigten sie sich. Und es ging noch was. Klimczak,
Riedel und Hinz stellten den 25:25-Ausgleich her (58.). Max Bachmann legte
noch einmal vor, ehe Klimczak der Treffer zum 26:26-Endstand gelang. „Es ist
kein Quatsch, ich habe gewusst, dass wir hier was holen können. Toll, dass
es geklappt hat“, freute sich der geschaffte Coach Spieckermann.
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 14.12.2009,
Stefan Blumberg
14.12.2009 - Newsletter vom 14.12.09 - Zum Fest, nur
eine halbe Ente.
1. Männer Regionalliga - Oranienburger HC 26:26 (13:15)
Torschützen : Max Stutenbecker (6/1), Max Bachmann (5), Andreas Wäsche u.
Arne Schneider (je 4), Stefan Wohlgemuth (4/2), Christoph Pöhl (2), Sven
Stahmer (1), Christoph Gralmann, Matteo Werth, Robin Kretschmer, Thomas
Pahlen u. Phillip Klein (je 0). Torwarte : Maurice Castillo 7m (2/1) u.
Daniel Strumpski.
Kein spielerischer Glanz, kein Tempo, nur absoluter
Kampf auf beiden Seiten. Das war nicht schön aber spannend bis in die
Schlusssekunde und das Endergebnis wird letztendlich beiden Mannschaften
gerecht. Auf den voll besetzten Tribünen des Adlerhorstes herrschte große
Stimmung und die Oranienburger waren mit stattlichem Anhang angereist,
leider auch mit einer kleinen Gruppe, die in Sporthallen nichts zu suchen
haben.
Das Spiel zu beschreiben fällt schwer. Die doppelte
Manndeckung gegen Max Bachmann und Arne Schneider ließ die Preussen ihre
spielerische Linie nur schwer finden. Dadurch, dass bei den wiedererstarkten
Oranienburgern ähnliches geschah wurde zwar hohes Tempo gespielt aber die
kämpferische Gangart stand klar im Vordergrund.
Es konnten in der
gesamten Spielzeit von beiden Mannschaften keine spielerischen Akzente
gesetzt werden. Das lag aber im Wesentlichen an den Schiris Stefan Ehrig und
Michael Hinz aus Bad Segeberg.
Beide hatten den Sinn des Spiels
nicht begriffen. Sie trafen zwar keine wesentlichen Fehlentscheidungen und
benachteiligten oder bevorzugten mit ihren Entscheidungen weder den OHC noch
die Preussen, aber sie zerstörten mit ihren Entscheidungen das gesamte Spiel
und ließen kein Handballspiel aufkommen. Ich habe noch in keinem Spiel so
viel Gepfeife von einem Gespann gehört, wie in diesem Spiel. Zeitweise
musste man der Vermutung unterliegen, die Beiden kämen vom Wasserball.
Wischen ist wichtig und dient der vorbeugenden Gesundheit der Spieler. Aber
man kann auch übertreiben. Unsere Wischer waren noch nie soviel unsinnig
unterwegs wie an diesem Abend. Insgesamt hatten wir eine Mehrspielzeit von
über 40 Minuten. Hinzu kamen insgesamt 16 Zeitstrafen. Diese laufenden
Unterbrechungen, dabei wurde in mindestens fünfzehn Fällen die
Vorteilsregelung nicht beachtet, durch diese Pfeiferei wurde jeglicher
Spielfluß unterbunden und die Attraktivität des Spiels litt darunter sehr
und auch die Qualität und sonstige Lockerheit dieses Berichtes. Alles wurde
zerhackt und zerkleinert. Dazu muss man Niemanden auf die weite und teure
Fahrt von Bad Segeberg nach Berlin schicken. Das war schade für die
Mannschaften und die vielen Zuschauer im proppevollen Adlerhorst.
Durch
diese Punkteteilung haben die Preussen ihr Halbzeitziel noch nicht ganz
erreicht und zu Weihnachte gibt es Ente nur mit einer Keule aber die
Mannschaft ist weiterhin voll im grünen Bereich und wird versuchen im
letzten Spiel der Hinserie in Schwerin noch den oder die Punkte zu holen um
die 20 Punktegrenze zu überschreiten, ehe es dann ab 16.01.2010 in eine
beinharte Rückrunde geht, die uns zum Anfang wieder die Brocken der Liga
bringt.
Zum Spiel selbst, das wir erneut ohne den verletzten Paul
Bachmann bestreiten mussten, lag der wiedererstarkte OHC lange in Front und
erst in der 7. Min. konnten die Adler zum 5:5 ausgleichen und anschließend
ihre erste Führung in der 13. Min. zum 9:8 erreichen. Das Spiel selber blieb
eng und in der Schlussphase konnte der OHC sogar noch einmal leicht in
Führung gehen und beim 13:15 wurden die Seiten gewechselt.
In der 2.
Hz. blieb der OHC in Führung, da die Preussen Nerven zeigten und viele
individuelle Fehler begingen. Hierbei tat sich Sven Stahmer besonders
hervor. Die Erfolgsquote von Max Bachmann verbesserte sich zwar, aber
daneben zeigten einzig Max Stutenbecker u. Stefan Wohlgemuth noch
Normalform. Die Deckung wurde in der 2. Hz. aggressiver und massiver und
damit besser. Die Quote der technischen Fehler aber, vor allem auch in der
Unterzahl des Gegners, war erschreckend hoch und es wurden zu viele
hochkarätige Chancen nicht genutzt. Beim 19:19 in der 40. Minute war man
wieder dran und konnte sich anschließend sogar mit drei Toren bis auf 25:22
in der 54. Minute lösen. Dumme Fehler brachten den OHC wieder ins Spiel
zurück und in einer hektischen Schlussphase erreichte der OHC ein nicht
gänzlich unverdientes 26:26 Unentschieden, das die Oranienburger auch heftig
umjubelten.
Die Preussen hätten sich sicher auch gerne zwei Punkte
auf den Gabentisch gelegt, aber dafür fehlte am heutigen Tag die richtige
Spannung, trotzdem kam man mit der Hinserie zufrieden sein und alles läuft
im grünen Bereich. Dennoch denke ich, kommt die Weihnachtspause zum
richtigen Zeitpunkt, um Ruhe und Kraft zu tanken und das Selbstbewusstsein
wieder zu stärken, um mit großer Motivation in die Rückrunde starten zu
können.
Presseartikel Preußen Berlin
Vorschau
Derby bei den Preußen
Regionalliga Männer / OHC trifft auf Tabellendritten
„Wir rechnen uns immer etwas aus“, sagt Thomas
Spieckermann, Trainer des Oranienburger HC – auch vorm heutigen Spiel beim
BFC Preußen in Berlin (Wedellstraße 57). Er bleibt aber Realist und stellt
auch klar, „dass man bei den Preußen verlieren kann“. Die Konstellation sei
doch klar: Die Preußen stünden mit 19 Punkten auf Platz 3, der OHC mit 13
Punkten auf Rang 8. „Deshalb wäre eine Niederlage kein Beinbruch.“
Die Oranienburger können relativ entspannt zum favorisierten BFC fahren.
„Wir liegen mit unseren 13:13 Punkten im Soll“, sagt Spieckermann.
Nichtsdestotrotz schielen die Oranienburger nach einer Überraschung. Sie
wissen um die Stärken eines Max Bachmann (sein Bruder Paul ist noch
verletzt) oder eines Max Stutenbecker. Die beiden Preußen sind beide
zusammen pro Spiel für 15, 16 Tore gut.
Auf Oranienburger Seite werden
Mike Schröder (verletzt) und Michael Ziemann (krank) heute, Anpfiff 19 Uhr,
nicht dabei sein. Dennoch sei der OHC stark genug. „Wenn wir die Leistung
aus dem Flensborg-Spiel (34:27-Sieg) abrufen können, dann ist heute einiges
drin. Jeder Punkt, den wir heute holen, wäre ein Zusatzpunkt für uns“, so
Thomas Spieckermann, dessen Team zuletzt 9:1 Punkte in Serie holte. sb
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 10.12.2009,
Stefan Blumberg