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OHC – DHK Flensborg 34:27 (19:13)

OHC-Express überrollt Flensborger
Oranienburger sind jetzt Tabellenachter

Mit einem Blitzstart (8:1) beeindruckte der OHC die Gäste am Sonnabend so stark, dass sie sich davon nicht mehr erholten.

So schnell konnten die Flensborger am Sonnabend gar nicht gucken, wie ihnen die Bälle um die Ohren flogen und sie in Rückstand gerieten. Nach nicht einmal vier Minuten stand es 5:0 für den Gastgeber. Genauso schnell, wie der OHC spielte, nahm Flensborgs Trainer Waldemar Paciorek seine erste Auszeit, nach 3:48 Minuten! Das Spielchen ging noch ein wenig so dynamisch weiter. 8:1, 10:3 und 13:6 (19.) – die Oranienburger hielten die Gäste auf Abstand. „Mit diesem Start haben wir sie ziemlich überrumpelt“, sagte Kreisläufer Robert Stelzig, der die Torejagd für den OHC mit dem 1:0 eröffnet hatte – nicht sein einziges Tor an diesem Abend, er traf insgesamt fünfmal. „Man kann schon sagen, dass es ein Spiel für die Kreisläufer war. Die Flensborger boten mit ihrer Spielweise Lücken an, wir haben sie gut genutzt“, so der 22-Jährige. Aber das Spiel über den Kreis galt nicht als das alleinige Zaubermittel. Von allen Spielern ging Gefahr aus. Aus dem Rückraum besonders von Stephan Fuchs und Sascha Klimczak, und von der Rechtsaußenposition (Christian Riedel). „Ich mag es nicht, irgendeinen Spieler hervorzuheben, weil es einfach eine kompakte Mannschaftsleistung war“, so Thomas Spieckermann, Trainer des OHC, der sein Team zur Pause mit 19:13 vorn liegen sah.

Die Oranienburger bedienten sich am Sonnabend eines ganz wirkungsvollen taktischen Mittels: der Sonderbewachung von Torjäger Maik Makowka. Diese Aufgabe erfüllten Mike Schröder bis zu seiner Verletzung, Benjamin Hinz, Sascha Klimczak oder Sascha Starke blendend. Drei Tore gelangen dem Rückraumschützen nur. Seine „Herausnahme“ lähmte das Offensivspiel der Gäste, die zudem gegen die hellwache OHC-Deckung kaum Mittel fanden und zuallerletzt unzählige Male an OHC-Torwart Enrico Büchner scheiterten. So fiel es den Oranienburgern nicht schwer, sich mit druckvollem Spiel weiter abzusetzen. 24:16 (36.) und 30:20 (50.) hießen weitere Zwischenstationen. Dass ein Tor von Sascha Klimczak beim Wettkampfgericht (zum vermeintlichen 32:22) offenbar „verloren“ ging, fiel auch nicht mehr ins Gewicht. Mit einigen erfolgreich abgeschlossenen schnellen Gegenstößen gestalteten die Flensborger das Ergebnis letztlich freundlicher. Nach 9:1 Punkten in Serie sagte OHC-Präsident Werner Siegler strahlend: „Jetzt sind wir schon auf Platz 8!“ Das wäre ein Nichtabstiegsplatz.

OHC: Büchner, Tredup – Harnge, Fuchs (6), Stelzig (5), Hinz (5/5), Siegler, Schröder, Groth (1), Fröhlich (3), Riedel (7), Klimczak (4/1), Starke (3/1).

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 07.12.2009, Stefan Blumberg

Geberlaune und ein Tor gratis
Oranienburger HC sammelte sechs Säcke mit Plüschtieren für kranke Kinder
Es war wieder ein kleines Freudenfest beim Oranienburger HC – in vielerlei Hinsicht.

Drei Heimspiele des Oranienburger Handball-Clubs – drei Siege. Ein stimmungsvolles Publikum, eine herzergreifende Weihnachtsaktion und viele Kinder, denen etwas Freude geschenkt wird. „Wir haben für die Oberhavel-Kliniken sechs Säcke mit Plüschtieren gesammelt“, sagt OHC-Präsident Werner Siegler nach der dritten Auflage der Plüschtieraktion. Immer zum letzten Heimspiel der ersten Männermannschaft werden die Zuschauer gebeten, Plüschtiere mitzubringen und sie vorm Anpfiff zeitgleich aufs Parkett zu werfen. Ein imposantes Bild. Die Kuscheltiere gehen, nachdem sie gereinigt sind, ins Krankenhaus. Jedes Kind, das ins Krankenhaus muss, erhält zur Begrüßung ein kleines Kuscheltier.

Und wenn man beim OHC schon soviel Nächstenliebe ausstrahlt, dann gleich richtig. Die erste Männermannschaft „verschenkte“ im Spiel gegen DHK Flensborg (34:27-Sieg) sogar ein Tor. Zugegeben, nicht freiwillig. Denn ein Tor wurde ganz offensichtlich vom Wettkampfgericht „übersehen“. „Ich habe 35 Tore auf meinem Zettel“, sagte OHC-Teammanager Michael Freund. „Aber wir haben wegen des klaren Vorsprungs keine Unruhe verbreiten wollen.“
Sascha Klimczak war das Opfer des „vergessenen Tores“, sein Treffer zum vermeintlichen 32:22-Zwischenstand wurde von den Schiedsrichtern gegeben, nur auf der Anzeigetafel blieb 31:22 stehen. Auch im Spielprotokoll taucht der Gratistreffer offiziell nirgendwo auf. Vom Kampfgericht war zu hören, dass alles korrekt verlaufen sei. OHC-Trainer Thomas Spieckermann hatte zwischendurch auch mitbekommen, dass „etwas nicht stimmte, ich weiß aber nicht genau, wann das war. Ist jetzt auch egal“, sagte er nach dem vierten Triumph in Folge.

Derweil gehen die Blicke schon nach vorn auf den kommenden Sonnabend, wo der OHC beim BFC Preussen gastiert. OHC-Spieler Robert Stelzig: „Die liegen uns eigentlich nicht, aber wir werden uns was einfallen lassen!“

Sascha Klimczak, der Schütze des vergessenen Tores

„Ich glaube, das war das Tor nach einem Konter. Ich weiß genau, dass es danach Anwurf für die Flensborger gab. Also haben die Schiedsrichter das Tor gegeben. Weil wir klar gewonnen haben, finde ich es nicht ganz so dramatisch, dass das Tor nicht in die Wertung ging.“

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 10.12.2009, Stefan Blumberg

OHC-Flensborg OHC-Flensborg
OHC-Flensborg OHC-Flensborg

Stimmen zum OHC-Spiel
„Power-Handball“

Thomas Spieckermann, Trainer Oranienburger HC: „Es ist genauso gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Aus einer stabilen Abwehr heraus übten wir Druck auf die Flensborger aus. Der Start war super. Dass man diesen Power-Handball nicht komplett durchhält, ist klar. Durch Konzentrations- schwächen sind die Flensborger dann etwas herangekommen. Christian Riedel arbeitete sowohl im Angriff als auch in der Abwehr sehr gut.

Waldemar Paciorek, Trainer DHK Flensborg: Die Oranienburger haben eine starke kämpferische Leistung hingelegt. Diesen Kampf haben wir nicht angenommen. In der Abwehr agierten wir zu weich, einen Spielfluss gab es bei uns nicht, weil wir uns verunsichern ließen und scheinbar Angst vor der Härte hatten. Dass unser Maik Makowka sonderbewacht wurde, ist nichts Neues. Aber die anderen hätten auf diese Situation reagieren müssen. Das haben sie nicht getan.

Christian Riedel, Rechtsaußen OHC: Wir wussten, dass die Flensborger hinten drinstehen in der Tabelle und vermutlich nicht so stark sind wie im Vorjahr. Aber wir haben uns gesagt, dass wir kämpferisch trotzdem in das Spiel gehen wie in jedes andere.

Mike Schröder, Linksaußen OHC (Verdacht auf Kreuz-bandriss): „Mein Gegenspieler hat mich in der Situation bewusst gefoult. Ich hatte das dem Schiedsrichter schon vorher gesagt, weil mich der Flensborger vorher schon zweimal so attackiert hatte.

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 07.12.2009, Stefan Blumberg