LHC Cottbus –
OHC 24:27 (14:11)
Die zwei Gesichter des OHC / Spiel gedreht
Sie sahen in der 2000 Zuschauer fassenden Lausitzarena
etwas verloren aus, als sie am Sonnabendabend ihr Tänzchen aufs Parkett
legten. Aber das war den OHC-Spielern wurscht. Schließlich konnten sie zum
zweiten Mal in Folge „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ skandieren.
In
Cottbus war es lange nicht klar, dass es erneut mit zwei Punkten klappen
würde. Denn die Oranienburger hatten eine miserable erste Halbzeit hingelegt
– vor allem im Angriff. Reihenweise ließen sie die klarsten Gelegenheiten
aus. Tempogegenstöße, unbedrängte Würfe aus allen Positionen, wieder
überhastete Angriffe – die Oranienburger warfen den erst 19-jährigen
LHC-Keeper Kozlowski berühmt. „Wir besaßen 1000- prozentige Chancen. Wie wir
die vergeben haben, war peinlich“, resümierte Trainer Riccardo Tourmo. 33
Angriffe haben die Gäste gefahren, getroffen haben sie elfmal. Wenn nicht
OHC-Torwart Enrico Büchner zu großartiger Form aufgelaufen wäre, hätte es
nicht nur 6:10 oder 10:14 gestanden. Dann wäre der Rückstand gegen den
Tabellenvorletzten höher ausgefallen.
Nach einer heftigen
Pausenansprache kamen die Oranienburger mit einem anderen Gesicht aufs
Parkett. Der seit Wochen bestens aufgelegte Tim Fröhlich, Christian Riedel
und Sascha Klimczak gaben im Angriff den Ton an, Martin Siegler gab der
Abwehr zusätzlich Sicherheit (Trainer Thomas Spieckermann: „Das war unser
Joker!“). Nach dem 12:16-Rückstand war beim 16:16 der Gleichstand erreicht.
Die Oranienburger erkämpften sich trotz vieler fragwürdiger
Schiedsrichterentscheidungen dauerhaft die Führung (19:18, 23:21). Den Sack
zugemacht haben sie erst in der Schlussphase. Dann hatte sogar Heiner Throl
seinen Auftritt, der wegen einer Verletzung nicht spielen konnte, aber im
Jubelkreis nach dem Spiel mittendrin tanzte.
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 30.11.2009,
Stefan Blumberg
Explosion nach
Wutrede
28.11.2009
Es hatte fast den Anschein, dass die Ohren der
Spieler des Oranienburger HC glühten, als sie am Sonnabend nach der Pause
wieder die Lausitzarena in Cottbus betraten. In der Kabine hatte es ein
Donnerwetter gegeben. „So laut war es in meinen 27 Jahren als Handballer
noch nie in der Kabine“, sagte Co-Trainer Riccardo Tourmo über die Ansage.
Trainer Thomas Spieckermann und Tourmo hatten sich die Mannschaft wegen der
unterirdischen ersten Hälfte im Regionalligaspiel beim LHC Cottbus
(11:14-Rückstand) zur Brust genommen und fast ohrenbetäubend an die Ehre der
Spieler appelliert. „Ich glaube, das konnte man noch bis zum Dresdner
Zwinger hören“, so Teammanager Michael Freund nach der Partie. Die Spieler
müssen sich diese Worte zu Herzen genommen haben. „Ich fand das völlig in
Ordnung, dass mal in der Form Klartext geredet wurde“, sagte Rückraumspieler
Tim Fröhlich.
Die harsche Kritik – vor allem wurde die beschämende
Chancenverwertung bemängelt – kam bei den Spielern an. Sie rissen sich
zusammen, besannen sich auf ihre Tugenden wie Kampf und schnelles Spiel. Und
siehe da, das Team riss unter den Augen ihres Ex-Trainers Holger Winselmann,
der als Zuschauer nach Cottbus kam, das Ruder herum und siegte noch 27:24
(MAZ berichtete).
Derweil richtet sich der Blick der Handballer nicht
nur auf das nächste Heimspiel am kommenden Sonnabend (18 Uhr) gegen den DHK
Flensborg, sondern schon auf das Spiel im NOHV-Pokal, für das am Wochenende
die Auslosung erfolgte. Der Oranienburger HC erwischte nicht nur den
härtesten Brocken, sondern für den 2. Januar (Anwurf: 19.30 Uhr) auch die
weiteste Strecke: Liga-Konkurrent Insel Usedom empfängt den OHC. „Reizvoller
wäre der HC Neuruppin gewesen, aber Seeluft tut auch ganz gut“, sagt Michael
Freund. (Von Stefan Blumberg)
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 30.11.2009,
Stefan Blumberg
Punktesammler bei blutjungem Team
Groth und Throl fehlen
Der Oranienburger HC ist gewillt, in
der Regionalliga die positive Serie fortzusetzen. 5:1 Punkte stehen aus den
letzten drei Spielen zu Buche. Heute reist die Mannschaft in die
Lausitzarena zum Tabellenvorletzten LHC Cottbus (Anwurf: 19 Uhr). „Wir
ziehen unseren Optimismus aus dieser Serie“, sagt OHC-Trainer Thomas
Spieckermann. Es lägen gute Spiele hinter der Mannschaft. „Es ist eine
Konstanz im Team, die uns mehr Sicherheit gibt.“ Deshalb betrete die
Mannschaft die Arena mit breiter Brust.
Doch bei allem
Selbstbewusstsein – der Respekt vor den Cottbusern ist da. „Die haben eine
der jüngsten Mannschaften der Liga. Ich glaube nicht, dass der gegenwärtige
Tabellenplatz das wahre Können des Teams widerspiegelt“, so Thomas
Spieckermann. Er ist sich sicher: „Die werden uns einen großen Kampf
liefern.“ Ganz frisch im Gedächtnis ist den OHCern die knappe
33:36-Auswärtsniederlage des LHC vor einer Woche beim heimstarken BFC
Preussen. „33 Tore muss man im Adlerhorst erst einmal werfen“, so
Spieckermann.
Zwei Ausfälle muss die Oranienburger Mannschaft, die
sich um 15 Uhr in den Bus setzen und nach Cottbus aufbrechen wird,
verkraften. Kreisläufer Denny Groth ist krank, Rückraumspieler Heiner Throl
verletzte sich in dieser Woche. „Wir haben doch genügend andere Spieler.
Auch wenn Heiner gemeinsam mit Riccardo Tourmo den Kopf der Mannschaft
bildet, ist mir gar nicht bange“, wiegelt der Coach jegliches Wehklagen ab.
Jetzt würden die anderen in die Bresche springen (müssen). Einer von ihnen
könnte wie in der Vorwoche Niko Harnge sein. Er hat einmal in Cottbus
gespielt und trainierte in der abgelaufenen Woche wieder prächtig.
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 28.11.2009,
Stefan Blumberg