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TSV Ellerbek – OHC 27:29 (13:14)

„Auswärtssieg, Auswärtssieg!“
OHC fährt in Ellerbek Saisonsieg ein

14.11.2009

 Um 21:55 Uhr schickten die OHC-Männer einen letzten Gruß in den Hamburger Abendhimmel: „Auswärtssieg, Auswärtssieg!“, sangen sie vergnügt. Dann setzten sie sich in den Bus und fuhren mit dem ersten Saisonerfolg in fremder Halle nach Hause. Zuvor hatten sie sich in den 60 kämpferischen Minuten die zwei Punkte absolut verdient. „Das war ein echter Befreiungsschlag“, freute sich OHC-Torwart Enrico Büchner, der mit spektakulären Paraden - vor allem in der ersten Halbzeit - den Ellerbekern den Angstschweiß auf die Stirn trieb. Die 7:13 Punkte geben jetzt wieder Anlass zur Hoffnung, dass es nach dem schlechten Saisonstart aufwärts geht.

Die Oranienburger präsentierten sich in Ellerbek kampfeslustig und hochmotiviert.

Von Beginn an boten sie dem starken Aufsteiger Paroli. Linksaußen Benjamin Hinz war vom TSV kaum zu stellen, sodass der OHC fast 20 Minuten lang immer leicht in Führung lag (5:4, 7:5). Zwar schlug das Pendel anschließend zugunsten der Rand-Hamburger aus, aber nach einem Tor von Sascha Klimczak in Unterzahl holte sich der OHC die Pausenführung zurück. Bis dahin hatte der OHC in der schwülwarmen Halle schon einen Kraftakt hinter sich gebracht. Teil 2 folgte nach der Pause.

„Die Mannschaft hat unwahrscheinlich gekämpft“, sagte Spielertrainer Riccardo Tourmo. Zunächst sah das so aus, dass die Oranienburger durch die zwei Tore von Denny Groth mit 16:13 (dann 17:14) in Führung gingen. Am Sonnabend blieb die Flaute, die dem OHC oft zum Verhängnis wurde, nicht aus. Nach 40 Minuten war das Spiel wieder offen (18:18). „Hier war ich mir nicht sicher, ob das Spiel wie zuletzt schon zweimal kippen würde“, so Trainer Thomas Spieckermann. Seine leisen Zweifel sollten sich nicht bestätigen. Die Nerven der Grün-Weißen fingen nicht an zu flattern. Tim Fröhlich, Heiner Throl und Sascha Klimczak rissen das Spiel an sich und behielten einen kühlen Kopf. Der OHC legte wieder vor (24:22/52.). Als die Ellerbeker in der 57. Minute 27:26 vorn lagen, geriet der OHC nicht ins Wanken. Die erfolgshungrigen Oranienburger wollten nicht wieder mit leeren Händen nach Hause fahren. Sie bündelten noch einmal alle Kräfte. 27:27, 27:28 – der OHC hatte wieder die Nase vorn. Als die Gäste eine Minute vor Schluss in Unterzahl (4 gegen 5) auf der Platte standen und Ellerbek in Ballbesitz war, schien der doppelte Punktgewinn gefährdet zu sein, doch Sascha Klimczak erkämpfte sich den Ball. Die folgende Auszeit beruhigte das Spiel. Als die Gastgeber in den letzten Sekunden zur Manndeckung übergingen, leitete Klimczak einen schnellen Gegenstoß ein. Tim Fröhlich schloss ihn mit dem Siegtor ab. „Man hat heute eindeutig gesehen, dass wir die Mannschaft waren, die unbedingt gewinnen wollte, mehr als die Ellerbeker“, sagte der erleichterte Riccardo Tourmo.

OHC: Büchner, Tredup; Hinz (9/2), Fuchs (1), Stelzig (1), Klimczak (6/1), Fröhlich (5), Throl (2), Pommerening, Starke (3/3), Siegler, Groth (2), Harnge, Schröder


Stimmen

Riccardo Tourmo, Spielertrainer OHC: „Das war nichts für schwache Nerven, oder? Wir haben uns den Sieg verdient, weil wir gekämpft haben. Wir wollten ruhig spielen, das ist uns gelungen. In den entscheidenden Situationen wollten wir nicht zuviel. Ziel war es, auf dem Spielfeld klare Ansagen zu machen und unsere Linie durchzuziehen.
Mit unserer Körpersprache haben wir an Sicherheit gewonnen und, so denke ich, auch den Gegner beeindruckt.

Enrico Bücner, Torwart OHC: Ich glaube, ich habe die letzten beiden Spiele, bei denen wir jeweils klare Vorsprünge aus der Hand gaben, schnell verarbeitet. Deshalb kam bei mir in Ellerbek auch nicht die Angst auf, dass es wieder passiert. Ich denke, dass jeder Spieler unterschiedlich lange braucht, bis er solche Rückschläge wie zuletzt abhakt. Auf das Ellerbek-Spiel haben wir uns gut vorbereitet, alle haben konzentriert gespielt – auch unter dem Druck, dass wir unbedingt gewinnen mussten.

Benjamin Hinz, Linksaußen OHC (zu seinen neun Treffern): „Es hat wieder Spaß gemacht, zu spielen. Ob ich nun ein paar Tore mehr gemacht habe, ist nicht wichtig. Entscheidend ist, dass wir als Mannschaft gewonnen haben. Wir haben gesehen, dass wir uns wieder an gute Leistungen herankämpfen können. Wenn ich die Trainingseinstellung sehe, kann jetzt jeder Gegner kommen …

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 16.11.2009, Stefan Blumberg


Glücksbringer Schweißband
Männer des Oranienburger HC sind nach Sieg gierig auf mehr

Großes Aufatmen bei den Oranienburger Handballern. Sie haben mit einem Sieg den Grundstein gelegt, um optimistisch in die nächsten Spiele zu gehen.

ELLERBEK/ORANIENBURG| Da war es wieder, das Leuchten in den Augen der Oranienburger Spieler. In der vergangenen Saison war das fast ein Dauerzustand bei den OHC-Akteuren. In dieser Saison hatten sie selten Gelegenheit, nach den Spielen aus sich herauszugehen. Das war am Sonnabend in Ellerbek ganz anders. Der 29:27-Sieg zog eine Jubelarie nach sich, die es in dieser Saison noch nicht gegeben hatte: hohe Freudensprünge, hochgerissene Arme, kräftiges Abklatschen, lautes Jubelgeschrei, elegante Tänzchen zu zweit, emsiges Gehüpfe des ganzen Teams im Kreis („Auswärtssieg, Auswärtssieg!“), gekonnte Bauchklatscher mit Anlauf zu den Fans, breites Lächeln in den Gesichtern.


Trainer Thomas Spieckermann will dieses Erfolgserlebnis ausnutzen. „Die Spieler sollten das Sieggefühl aufsaugen, um weiter Selbstvertrauen zu sammeln. Denn das brauchen wir in den nächsten Wochen“, so der 37-Jährige. Nach dem Spiel am Sonnabend hat er ein ehrgeiziges Ziel für die nächsten Spiele formuliert. „Wir wollen bis Weihnachten eigentlich auf 15 Punkte kommen. Das heißt: alle vier Spiele gewinnen!“ Rumms!

Riccardo Tourmo, der mit Spieckermann die Mannschaft derzeit führt, weiß jetzt, wie einfach sein Team zu Punkten kommt. „Im Spiel gegen Peenetal/Loitz vor einer Woche hatte ich ein Schweißband in der Hosentasche. Da holten wir beim 29:29 einen Punkt. In Ellerbek hatte ich zwei Schweißbänder am Mann. Siehe da, es waren zwei Punkte.“ Nicht auszudenken, wenn er am kommenden Sonnabend gegen Neubrandenburg drei Schweißbänder in der Hosentasche hat ...

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 17.11.2009, Stefan Blumberg

OHC-Ellerbek2009 OHC-Ellerbek2009

Vor dem Spiel

Der vierte und letzte Neuling misst heute mit dem Oranienburger HC die Kräfte: der TSV Ellerbek. Er kam wesentlich besser aus den Startlöchern als die OHCer. 10:8 Punkte und Platz 7. Das Oberhavelteam kann gerade mal auf die Hälfte der Zähler verweisen. „Trotzdem müssten wir die besseren Karten haben“, glaubt Thomas Spieckermann, Trainer des OHC. „Wir haben mehr Erfahrung, wir haben sehr gute Einzelspieler und können richtig gut spielen.“ Er meint damit besonders die erste Halbzeit, die die Mannschaft vor einer Woche hingelegt hatte. „Die war echt super“, sagt er respektvoll. Genau an dieses Niveau wolle die Mannschaft anknüpfen und das Gefühl, ein Spiel\<dominieren zu können, mit nach Hamburg nehmen.

Dass es vor acht Tagen nicht zu einem doppelten Punktgewinn reichte, habe man im Training besprochen. „Wir spielen eine auf einer hohen Frequenz Tempohandball. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, den Kopf ab und zu hoch zu nehmen und ruhiger zu spielen“, so Thomas Spieckermann. Wenn mal mehrfach hintereinander nichts klappe, müssten langsamere, aber auch sichere Spielzüge angewendet werden, um zum Erfolg zu kommen.

Der Oranienburger HC kann (fast) aus dem Vollen schöpfen. Christian Riedel und Michael Ziemann (noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte) werden heute nicht im Kader stehen.

Spielbeginn ist um 19.30 Uhr beim TSV Ellerbek. Spieckermann: „Die Hamburger sind ein schnelles Team, das mit jungeen Leuten bestückt ist. Wir haben schon Videos studiert und glauben zu wissen, wie wir gegen die antreten müssen.“

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 12.11.2009, Stefan Blumberg



Ellerbeks Handball-Männer unterliegen Oranienburg 27:29


Dreimal in dieser Saison hatten die Handballer des TSV Ellerbek bislang Regionalliga-Heimspiele knapp für sich entscheiden können - gegen den Oranienburger HC ging es schief.

Ellerbek. Die Brandenburger setzten sich vor 250 Zuschauern mit 29:27 (14:13) durch und stürmten damit als erstes Gästeteam die "Festung" Harbig-Halle.

Obwohl TSV-Spielertrainer Andreas Rastner, der sich für die letzten zehn Minuten selbst einwechselte, schon vor der Partie eindringlich vor den Qualitäten des Tabellendritten der Saison 2008/09 gewarnt hatte, empfand er die Heimpleite als unnötig und brachte das nach Spielende auch klar zum Ausdruck: "Heute hat die Unerfahrenheit den Sieg weggeschmissen."

Diese Aussage war durchaus wörtlich zu nehmen, vergaben die Ellerbeker doch wie schon beim vorangegangenen 31:39 beim BFC Preußen Berlin etliche hochkarätige Torchancen. Am Ende war es dann aber ein Fehlpass, der die Heimniederlage besiegelte: Ein OHC-Spieler fing beim Stand von 27:28 in der Schlussminute ein riskantes, für Linksaußen Jonas Mecke bestimmtes Zuspiel ab, der letzte Treffer der Partie hatte auf die Punkteverteilung keinen Einfluss mehr.

"Wir haben schlecht ins Spiel gefunden und waren am Ende nicht clever genug", brachte Rastner seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck, dass die zwischenzeitlichen guten Phasen seines Teams nicht zum vierten Heimsieg in Folge gereicht hatten. "Zwei bis drei Bälle", so der 41-Jährige, hätten die Partie am Ende zuungunsten der Heimmannschaft entschieden. "Oranienburg war nicht besser als wir."
Einer litt auf der Ellerbeker Bank Höllenqualen - und das nicht nur, weil er sich in Berlin den Zeigefinger der rechten Hand ausgekugelt hatte: Kreisläufer Bastian Blietz war zum Zuschauen verurteilt und wurde auf dem Parkett schmerzlich vermisst. Dass die Heimserie seines Teams riss, ärgerte zwar auch den 32-Jährigen, aber: "Wir müssen die Kirche im Dorf lassen: Tabellenachter mit 10:10 Punkten nach vier Heim- und sechs Auswärtsspielen - das hätte uns als Aufsteiger wohl vor der Saison kaum jemand zugetraut." Ob Blietz am Sonntag (15 Uhr) in der Partie bei Post Schwerin II schon wieder mitwirken kann, bleibt indes abzuwarten.

Spielverlauf: 1:1, 3:2, 4:4, 5:7, 10:8, 11:11, 12:12, 13:14 - 13:16, 15:18, 19:18, 21:20, 23:25, 25:26, 27:26, 27:29.

Ellerbek (Tore/Siebenmeter): Tobias Laupichler, Björn Rose - Rouven Alimi (2), Torben Reimers (2/2), Ole Stabick, Jens Hildebrand, Tobias Knösel (10), Christian Brandt (4), Tarek Fejry (1), Oliver Müller (6/2), Jonas Mecke (2), Andreas Rastner. (fwi)

Hamburger Abendblatt, 17.11.2009

Ellerbeks Festung ist gestürmt
Am Ende des Abends ähnelten Ellerbeks Handballer geprügelten Hunden

Gezeichnet von Enttäuschung schlichen sie vom Feld der Harbig-Halle in die Umkleidekabine. Hängende Köpfe mit Augen, die die eigenen Fußspitzen anvisierten.

Dabei war gar nicht viel passiert. Gut, sie hatten erstmals in dieser Saison ein Heimspiel verloren, mit 27:29 (13:14) gegen den Oranienburger HC. Schwerer als die zwei verlorenen Punkte wog jedoch die Erkenntnis, dass die Spieler um Trainer Andreas Rastner die Schuld für die Niederlage vor allem bei sich selbst zu suchen hatten, "wegen der Unerfahrenheit", wie Rastner festhielt.
Zum tragischen Helden wurde Tobias Knösel: Der 18-Jährige, mit zehn Treffern bis dahin überragender Ellerbeker, traf Sekunden vor Schluss die falsche Entscheidung: Beim Stande von 27:28 ist sein Team in Überzahl, Knösel wird von Andreas Rastner, der sich selbst vorher eingewechselt hatte, freigesperrt. Doch anstatt aufs Tor zuzugehen, versucht er einen Pass auf Außen Jonas Mecke. Doch Oranienburgs Klimczak reagiert schnell, fängt den Ball ab - die Entscheidung.

"Tobi trifft in diesem Fall die falsche Entscheidung. Schuld an der Niederlage ist er jedoch nicht", stellte TSV-Trainer Rastner nur Minuten später klar. Und hatte damit natürlich Recht: Insgesamt hatte seinem Team gegen die Gäste, in der letzten Saison Dritter der Regionalliga, immer das letzte Bisschen gefehlt: In der Abwehr ließen sie sich von den schnellen Gegenspielern immer wieder düpieren. Und im Angriff waren alleine Knösel und der sechsfache Torschütze Oliver Müller gefährlich. Im Rückraum ging wenig, weil der derzeit formschwache Tarek Fejry und Rouven Alimi keine Torgefahr ausstrahlten.

Und Christian Brandt, der den verletzt fehlenden Bastian Blietz am Kreis vertrat, sowie die Außen Mecke und Ole Stabick ließen zu viele Chancen aus. Zudem unterliefen dem TSV zu viele unnötige Ballverluste. So klang Andreas Rastners Fazit logisch: "Wir haben den Sieg weggeschmissen." TSV Ellerbek: Laupichler, Rose - Alimi (2), Reimers (2/2 Siebenmeter), Stabick, Erdmann (n. e.) Hildebrandt, Knösel (10), Brandt (4), Fejry (1), Müller (6/2), Mecke (2), Rastner.

Pinneberger Tageblatt, 16.11.2009