OHC I – Peenetal-Loitz 29:29 (17:11)
Zwei Schritte
vorwärts, einen zurück
OHC spielt nach
15:6-Führung gegen Loitz 29:29
07.11.2009
Es war der OHC, den man aus der Vergangenheit kennt: der
mit zwei Gesichtern. Am Ende bleibt ein Punkt hängen.
„Der OHC
lebt!“ Diese Aussage von Spielertrainer Riccardo Tourmo ist das Fazit des
ersten Spiels nach dem Trainerwechsel, das alle zirka 450 Zuschauer
unterstreichen können. Auch wenn der ganz große Durchbruch – ein Sieg –
ausblieb, scheinen die Oranienburger auf den Weg der Besserung eingebogen zu
sein.
Wie eine Dampfwalze, die alles plattmacht, rollte der OHC über
den HSV Peenetal-Loitz hinweg. Nach dem 0:1-Rückstand fegten die
Oranienburger mit einem begeisternden Tempospiel übers Parkett. Die
aggressive und hochmotivierte Abwehrarbeit war das Fundament in der vom OHC
dominierten Phase. 4:2, 6:2, 10:5 und 15:6 – der Tabellenzweite war völlig
überfordert und wurde dem Angriffsspiel der Gastgeber nicht Herr. Ratlos
ließen sie die Gastgeber gewähren. Auch beim 16:7 (27.) betrug der Vorsprung
noch neun Tore. Und plötzlich kam das alte OHC-Leiden wieder zum Vorschein.
Zwei, drei Angriffe ohne Torerfolg – trotz der Führung bekamen einige
zittrige Knie. „Das ist eine psychische Blockade“, analysierte
Rückraumspieler Heiner Throl. Die Mecklenburger bezwangen die OHC-Abwehr –
mittlerweile ohne die bis dahin bärenstarken Robert Stelzig und Benjamin
Hinz – mit leichten Toren. 17:11 stand es zur Pause. Kein Grund zur Panik –
eigentlich.
Wenn der HSV nicht binnen zehn Minuten nach dem Wechsel
mit fünf Toren in Folge ausgeglichen hätte (20:20). Das Spiel war wieder
offen, Loitz führte sogar 22:21. Aber im Gegensatz zur Woche nach ähnlichem
Spielverlauf knickte der OHC nicht ein. Das Spiel wogte auf und ab. Fünf
Minuten vorm Ende führten die Gastgeber mit zwei Toren. In der Phase
übernahm Heiner Throl Mitverantwortung. Aber die Mecklenburger glichen doch
noch aus. Riccardo Tourmo: „Die Enttäuschung nach diesem Spielverlauf
überwiegt. Aber ich bin stolz, wie die Mannschaft vor dem phantastischen
Publikum aufgetreten ist.“
Oranienburg:
Büchner, Tredup – Harnge, Fuchs (5), Stelzig, Siegler (1), Pommerening (1),
Groth (1), Hinz (4/1), Fröhlich (8), Riedel, Klimczak (3), Starke (2), Throl
(4).
Stimmen
Riccardo Tourmo (mit Thomas Spieckermann Trainer des
OHC): „Ich kann und will der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat
leidenschaftlich gekämpft. Leider sind wir wieder in alte Zeiten verfallen
und haben einen klaren Vorsprung nicht halten können. Wir brauchen jeden
Punkt. Gegen den Tabellenzweiten haben wir jetzt einen geholt.“
Wolfgang Koch (Trainer Loitz): „Nach dem Spielverlauf ist es ein Punktgewinn
für uns. Wir besaßen in der ersten Halbzeit im Angriff gar keine Mittel. In
der Abwehr sind wir mit der 5:1-Deckung besser gefahren. Der OHC hat ein
starkes Spiel geliefert.“
Benjamin Hinz (Linksaußen OHC): „Das
Unentschieden ist ärgerlich, weil wir die erste Halbzeit so klar beherrscht
hatten und dann den Anfang der zweiten Hälfte verpennten. Es hat riesigen
Spaß gemacht, vor diesen begeisternden Zuschauern zu spielen.“
Tim
Fröhlich (Rückraumspieler OHC): „Leider haben wir es nicht geschafft, uns
weiter abzusetzen. Ich glaube, am Ende war das Unentschieden verdient. Die
Fans waren heute unglaublich. Es hat endlich wieder Spaß gemacht, auch wenn
meine Stimme weg ist.“
Martin Siegler (Rückraumspieler OHC): „Ich weiß
nicht, ob es eine Kraftfrage war, dass wir das Spiel aus der ersten Halbzeit
nicht weiter durchziehen konnten. Vielleicht sollte man in Drucksituationen
ruhig bleiben.“
Michael Freund (Teammanager OHC): „Thomas Spieckermann
und Riccardo Tourmo hatten zum ersten Mal für solch ein Spiel die alleinige
Verantwortung. Ich finde, sie haben ihre Aufgabe sehr gut gemacht.“
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 01.11.2009,
Stefan Blumberg
„Wir haben Gesicht gezeigt“
OHC-Gefühlslage ist verbessert
Die große Familie des Oranienburger HC ist am Sonnabend
zusammengerückt. In der Stunde der Not – der OHC braucht nach dem misslungenen
Saisonstart dringend Punkte – stärkten nahezu 500 Fans ihrem Regionalligateam so
den Rücken, wie sie es in den vergangenen Jahren nur ganz selten taten. Die
OHC-Männer brannten gegen den HSV Peenetal-Loitz auf dem Spielfeld um die
Wiedergutmachung der Niederlage eine Woche zuvor. Dieses Feuer griff auf die
Zuschauer über, die ihr Oranienburger Team bis zur letzten Sekunde mit Pauken,
Trompeten, Konfetti und Gesängen nach vorn peitschten. Als die Partie zu kippen
drohte (16:7-Führung/27. Minute, 21:22-Rückstand/41.), forderten sie die Spieler
mit „Wir-wolln-euch-kämpfen-sehn“-Rufen heraus. Und der OHC war wieder im Spiel
und rettete noch einen Punkt (29:29).
„Wir haben Gesicht gezeigt“, sagt
Rückraumspieler Tim Fröhlich. Das war es, was die Oranienburger Handballer den
Zuschauern bieten wollten. „Schade, dass es in dem Spiel nur ein Punkt geworden
ist. Martin Siegler, ebenfalls ein Mann aus dem Rückraum, sagt: „Nachdem, wie es
vor allem im letzten Spiel lief, war es wichtig, dass die Leute sehen, dass wir
keine Chaos-Truppe sind. Dass es nur ein Punkt geworden ist, bedauert er zwar
auch, „aber vielleicht ist es gar nicht so schlecht. Sonst würden wir vielleicht
mit einem Hurra-Stil in die nächsten Spiele gehen. Das wollen wir ja auch
nicht“. Beeindruckend fand OHC-Männerwart Ralf Nickel, „dass sich die Mannschaft
am Sonnabend am eigenen Schopf wieder aus dem Schlamassel gezogen hat – da, als
die Gäste die Partie zu drehen schienen“.
Trainer Riccardo Tourmo richtet
derweil den Blick nach vorn. „Wenn wir wieder so beherzt spielen, ist mir vorm
nächsten Spiel in Ellerbek nicht bange.“ Linksaußen Benjamin Hinz geht noch
einen Schritt weiter: „Wir gewinnen in Ellerbek!“
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 10.11.2009,
Stefan Blumberg
Oranienburg: Teilerfolg beim Debüt
OHC spielt 29:29 unentschieden gegen Peenetal Loitz
Das Debüt des Trainergespanns Spieckermann/Tourmo auf der
Bank des Handball-Regionalligisten Oranienburger HC brachte am Sonnabend
einen Teilerfolg. Das Heimspiel gegen den HSVPeenetal Loitz endete 29:29
(17:11) unentschieden.
In der ersten Halbzeit trauten die mehr als
500 Zuschauer - darunter gut 40 mitgereiste Schlachtenbummler aus Vorpommern
- ihren Augen nicht. Der OHC wirkte wie ausgewechselt. Keine Spur mehr von
jener Verunsicherung der letzten Wochen, die am Montag zum Sturz von Trainer
Holger Winselmann geführt hatte. Riccardo Tourmo, gemeinsam mit Thomas
Spieckermann Interimstrainer: "In einer Woche kann man im Prinzip nicht viel
machen, außer die Spieler daran zu erinnern, was sie können." Und
tatsächlich zeigten die Oranienburger bis etwa zur 25. Minute, dass sie das
Handballspielen noch nicht ganz verlernt haben. In der Abwehr bissig und
gedankenschnell, im Aufbauspiel geduldig und bei Kontern und der Zweiten
Welle konsequent. Der Trainerwechsel schien seine Wirkung nicht verfehlt zu
haben. Über die Stationen 6:2 und 10:5 lag der OHC beim 16:7 bereits mit
neun Treffern vorn - und das völlig zurecht.
In der zweiten Halbzeit
schien sich der positive Effekt des Trainerwechsels dann verbraucht zu
haben. Der Gastgeber verhedderte sich in Einzelaktionen, während Loitz Tor
um Tor verkürzte. Binnen weniger Minuten war aus einer 20:14-Führung ein
20:20 geworden. Das neue OHC-Trainergespann Tourmo/Spieckermann erlebte
seine erste Krise. Vom Niveau her wurde das Spiel der Oranienburger auch in
der Folge nicht wirklich besser. Doch das Team kämpfte - und die Kulisse
half mit.
In der Schluss-Viertelstunde begegneten sich beide Teams
dann auf Augenhöhe. Oranienburg blieb insbesondere durch die nervenstarken
Heiner Throl und Sascha Starke mit Treffern aus dem Rückraum im Geschäft.
Loitz traf vor allem über den Kreis. Beim 29:27 vier Minuten vor Schluss
hatte Oranienburg die besseren Karten, kassierte dann aber noch zwei
Gegentreffer und eine Rote Karte für Stelzig. In den Schlusssekunden spielte
Oranienburg bei eigenem Angriff die Uhr herunter, der Siegtreffer wollte
aber nicht mehr gelingen.
Oranienburger
Generalanzeiger, 09.11.2009