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  OHC I – Tarp/Wanderup 24:28 (12:14)

Riesenparty vor 853 Fans, aber kein Happyend
26.09.2009

Auch ein überragender Torwart Enrico Büchner und ein treffsicherer Tim Fröhlich wendeten die Niederlage nicht ab.

Es war alles andere als ein gewöhnliches Spiel. Die neue Halle. Der starke Gegner. Die Wahnsinnskulisse mit 853 Zuschauern. Das Schaulaufen der Politprominenz am Abend vor der Wahl. Der Eintrag des Bürgermeisters Hans-Joachim Laesicke ins neue Ehrenbuch des Oranienburger HC. Das Warten auf den Sonnenuntergang. Dadurch wurde der Anpfiff um 30 Minuten nach hinten verlegt, weil sonst durch die blendende Sonne irreguläre Lichtverhältnisse geherrscht hätten. Der Einlauf der Teams durch das Spalier der Schützengilde Oranienburg. „Das war Gänsehaut pur“, beschrieb OHC-Kreisläufer Denny Groth sein Gefühl beim Betreten der Halle.

Dann war ja noch das Spiel gegen einen, wenn nicht sogar den Meisterschaftsfavoriten Tarp/Wanderup. Die Fans standen wie eine Wand hinter der Oranienburger Mannschaft, die sich auf 3:1, 4:2 und 5:3 absetzen konnte. Die Norddeutschen machten mit ihrer geradlinigen Spielweise aber von Beginn an deutlich, dass sie freiwillig keinen Zentimeter Platz hergaben. Beim 6:5 lagen sie durch drei Tore in Folge das erste Mal vorn (10.) und bauten den Vorsprung auf 10:7 aus. Mit der Einwechslung von Tim Fröhlich kam neuer Schwung ins OHC-Team. Fünf Tore in Folge – drei von ihm– brachte die Halle wieder zum Brodeln. „Ich bedaure, dass wir in der Phase nicht nachgelegt haben“, so OHC-Trainer Holger Winselmann, der mit ansehen musste, wie sein Team 12:14 in Rückstand geriet.

Der OHC wäre nicht der OHC, wenn er sich nicht wieder herankämpfen würde. Wieder war es ein Tor von Fröhlich (18:18) und dann von Benjamin Hinz (19:19). „Aber wir hatten auch Pech, was Zwei-Minuten-Strafen anging“, befand der neue OHC-Linksaußen Hinz. Und er machte im Angriff den etwas fehlenden Biss aus, weshalb die Durchschlagskraft fehlte. Aber auch an Ideen mangelte es, die Tarper Abwehr zu überwinden. Pfostentreffer, gehaltene Bälle, (manch fragwürdige) abgepfiffene Aktion, überhastet vorgetragene Angriffe – das alles waren Gründe, weshalb es in der neuen Arena nicht zum ersten Sieg reichte – obwohl Torwart EnricoBüchner15 Geschosse der Gäste grandios entschärfte. „Der OHC hätte in dem sehr zerfahrenen Spiel viel länger offen decken müssen. Damit haben wir Schwierigkeiten“, gestand Tarp-Trainer Christian Lutter, der von einem insgesamt zerfahrenen Spiel sprach und seinen Linksaußen Timo Brüne lobte, der acht Tore warf.

OHC: Büchner, Tredup – Fuchs (2), Harnge (1), Hinz (5/2), Siegler, Ziemann, Kleiner, Pommerening, Schröder, Groth (1), Klimczak (3), Starke (2), Fröhlich (7), Riedel (3).

„Das war Gänsehaut pur“

Denny Groth OHC-Spieler über die Stimmung in der neuen Halle

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 28.09.2009, Stefan Blumberg


„Das war noch nicht wie ein Heimspiel“
Halleneröffnung Eindrücke von dem ersten Event in der MBS-Arena

853 Zuschauer ließen sich den ersten Blick in die neue Sportarena nicht entgehen.

„Die Last ist jetzt abgefallen“, sagte gestern OHC-Präsident Werner Siegler zur lang ersehnten Eröffnung der Sportarena am Sonnabend. „Wir sind direkt von der Bauphase in den Spielbetrieb eingestiegen. Zum Proben war keine Zeit.“

In einigen Situationen war das zu merken. Am auffälligsten: die Probleme mit der einfallenden Sonne, die die Spiele arg behinderte. Vor allem im Derby zwischen den Oranienburger und Hennigsdorfer Frauen (26:12) kämpften die Teams mit der extrem blendenden Sonne. OHC-Torhüterin Ulrike Schmidt: „Ich habe in der zweiten Halbzeit nach Gehör gehalten.“ Nicht anders erging es den Hennigsdorferinnen in der ersten Hälfte. Motor-Trainer Sandor Szanyi nichtsdestotrotz: „Das ist eine Superhalle.“ Es wird übrigens daran gearbeitet, das Manko mit der Sonneneinstrahlung zu beseitigen.

Von einer Halle mit Qualität spricht auch Peter Heydenbluth, ERV-Geschäftsführer: „So eine Top-Halle sollte auch andere Veranstalter motivieren, Events zu organisieren. Ich denke da an das Fußball-Hallenmasters, von dem ich schon seit längerer Zeit erwarte, dass es mit den besten Mannschaften Oberhavels ausgetragen und noch attraktiver gemacht wird.“ Er hält die Rahmenbedingungen mit den Parkplätzen und der Gastronomie für hervorragend und kann sich als Basketballfan gut vorstellen, dass auch Alba Berlin hier spielen wird.

Angetan war Holger Winselmann von der Premiere in der Arena. Der Trainer der Männer des Oranienburger Handball-Clubs: „Es lässt sich super spielen, die Atmosphäre war toll.“ Dass es mit einem Sieg des Regionalligateams gegen Tarp-Wanderup nichts wurde (24:28), bedauert Oranienburgs Spieler Denny Groth: „Wir wollten die Halle mit einem Sieg einweihen, das hat leider nicht geklappt.“ Richtig wohl fühlte er sich trotz der Gänsehautstimmung noch nicht. „Das war nicht wie ein Heimspiel. An die neuen Bedingungen müssen wir uns erst gewöhnen.“

Begeistert war Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke von der ersten Veranstaltung in der Arena. Er brachte es in seinem Eintrag ins Ehrenbuch des OHC – er ist der Erste – so auf den Punkt: „Dem Oranienburger Handballclub (OHC), der mit seinen sportlichen Erfolgen und seinem positiven Image wesentlich dazu beiträgt, den Bekanntheitsgrad und das Ansehen der Stadt Oranienburg bundesweit zu steigern, haben wir mit der MBS-Arena eine Heimstätte geschaffen, die hoffentlich bald so legendär sein wird wie der ’Wellblechpalast’, die ’Alte Försterei’ oder die ’Allianz-Arena’.“

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 28.09.2009, Stefan Blumberg