HSV Peenetal Loitz – OHC I 31:32 (17:15)
18.04.2009
OHC siegt nach Gänsehaut-Partie in Loitz
Das Jojo-Spiel mit den Fans
Kalt, warm, kalt, warm – der OHC spielte am Sonnabend mit
den Gefühlen seiner Fans Jojo. In der Anfangsphase lief einem mehrfach ein
Schauer über den Rücken; weil die geniale Mitteachse der Gastgeber –
Regisseur Frank Wahl und Kreismittemann Marcel Dau – Katz und Maus mit der
Oranienburger Abwehr spielte. Exzellente Anspiele klebten traumhaft an der
Hand von Dau, der sich dann mit Brachialgewalt durch die OHC-Deckung wühlte
und traf. „Da muss ich mich als Abwehrspieler doch drauf einstellen“,
schnaubte Gästetrainer Holger Winselmann nach dem Spiel sauer. „So viele
einfache Gegentore zu bekommen, ist für mich nicht nachvollziehbar!“
Diese explosive Anfangsphase der Loitzer, die von einer zaghaften Gegenwehr
gefördert wurde, schien die Fronten frühzeitig zu klären. Zunächst führte
der HSV 4:2 (8.), dann 9:5 (15.) und sogar 15:10 (23.) und 16:11 (25.). Die
Oranienburger konnten sich glücklich schätzen, einen Tim Fröhlich zu haben.
Der Rückraumspieler erkannte früh, dass man „nur“ aufs Tor werfen muss, um
zu treffen. „Däumling“, der über Ostern Ostseeluft getankt hatte, nahm es
gegen die Loitzer Abwehrrecken auf und ließ den starken Torhüter Maik Hinze
immer wieder alt aussehen. Sieben Treffer steuerte der quirlige 24-Jährige
zumeist mit Würfen aus dem Rückraum allein in der ersten Hälfte bei. Deshalb
schmolz der Rückstand zur Pause (15:17) auf zwei Tore. „Ist doch gar nicht
so schwer“, sagte er mit Blick aufs Toreerzielen.
Der OHC blieb jetzt am Ball. Torwart Marcel Schmidt parierte mit seiner
ersten Aktion im Spiel sofort einen Siebenmeter (31.). Sascha Starke sorgte
mit zwei schnellen Toren nach dem Wechsel für den Ausgleich (32.). Der erste
Oranienburger Führungstreffer (22:21/39.) gelang Rechtsaußen Erik
Pommerening. Aber es blieb dabei: Bei den Gegentoren war der OHC oftmals
nicht hellwach. „In Eins-gegen-eins-Situationen oder in Überzahl – immer
wieder haben wir einfache Tore kassiert“, beobachtete Holger Winselmann.
Aber er sah auch, dass sich sein Team Schritt für Schritt absetzte.
Hilfreich waren da die zahlreichen Zeitstrafen gegen die undisziplinierten
Loitzer: erst zwei (24:22 Fuchs), dann drei (27:24), dann vier Tore (30:26,
jeweils Klimczak). Und plötzlich unterliefen dem OHC im Angriff Fehler, die
Abwehr wurde von Wahl allein durcheinander gewirbelt. Ein Tor, zwei, drei.
Vier Tore für den HSV. Fünf Minuten vor Schluss stand es 30:30. Vor knapp
300 Zuschauern legte Klimczak wieder vor (31:30) und markierte per
Siebenmeter 43 Sekunden vorm Ende das 32:31. Der Ausgleich für Loitz wäre
noch drin gewesen, wenn die Unparteiischen nicht ein Übertreten geahndet
hätten. „Respekt vor den Schiedsrichtern, so etwas Sekunden vorm Schluss zu
pfeifen“, meinte OHC-Torwart Gunnar Tredup. Das Jojo-Spiel war vorbei.
OHC I: Tredup, Schmidt – Fuchs (3),
Stelzig, Throl, Lehmann, Siegler (1), Pommerening (3), Tourmo (1), Groth (2),
Fröhlich (8), Riedel, Klimczak (7/2), Starke (7/4).
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 20.04.2009,
Stefan Blumberg