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OHC I  – Fort. Neubrandenburg 23:15 (12:9)

15.03.2009

 Doppelten Abwehrriegel geknackt

 Oranienburger HC gewann gestern Nachmittag auch das elfte Heimspiel in Folge. Vor 562 Zuschauern hatten die Neubrandenburger keine echte Siegchance.

Es war das Spiel der etwas anderen Art. Die heimstarken Oranienburger mussten sich diesmal nicht den Kopf darüber zerbrechen, wie sie einen hermetischen 6:0- Abwehrriegel zu knacken oder einen Torewerfer mit Brachialgewalt auszuschalten haben. Gestern Nachmittag standen sie einer offensiven Abwehrformation gegenüber, die die Oranienburger Zuschauer in eigener Halle noch nicht gesehen hatten. 60 Minuten lang attackierte die erste Dreierkette den OHC an der Mittellinie, die zweite Dreierkette wartete am eigenen Sechser. „Das war doch ziemlich anstrengend“, befand Denny Groth. Er ist eigentlich Kreisläufer beim OHC, bewegte sich gestern aber mehr in der Rückraumregion, um freie Räume zu nutzen. „Bei so einer Abwehrvariante muss man wesentlich mehr Laufarbeit leisten als sonst“, so der 24-Jährige.

Der Tabellendritte Oranienburg wusste bereits aus dem Hinspiel, was auf ihn zukommt und löste die Aufgabe recht souverän. Gerade in der Anfangsphase rissen die schnellen OHC-Spieler wie Riccardo Tourmo, Tim Fröhlich und Sascha Klimczak Lücken in die Gästedeckung und trafen. Die Neubrandenburger – mit Abstand angriffsschwächstes Team der Liga – ließen sich aber nicht abschütteln, auch wenn OHC-Keeper Enrico Büchner immer wieder irre Bälle hielt. 4:3 (10.) und 8:6 (21.) waren Zwischenstationen, bevor dann der freigespielte Denny Groth vor dem Wechsel dreimal traf und mit für die 12:9-Pausenführung sorgte.

Beim neunten Gegentor sahen sich die Schiedsrichter veranlasst, den OHC-Rechtsaußen Christian Riedel die rote Karte zu zeigen. Er war bereits mit einer Zeitstrafe vorbelastet, erhielt nach einem Foulspiel noch eine und meinte zu den Schiedsrichtern: „Darf man denn hier gar nichts mehr sagen?“ So schickten die Unparteiischen noch eine Zwei-Minuten-Strafe hinterher. Riedel: „Ich finde diese Entscheidung überzogen.“
Das Spiel blieb nach dem Wechsel schwierig, weil die Fortunen in der Halle kaum einen Quadratzentimeter Platz freiwillig hergaben. Mühsam bauten die Hausherren ihren Vorsprung Tor um Tor aus. Nach dem Treffer von Stephan Fuchs zum 17:12 waren es fünf Tore Vorsprung (44.), nach den beiden Toren von Sascha Klimczak zum 20:14 sechs Tore (50.). Erst in der Endphase der torarmen Partie fiel das Ergebnis entsprechend der Tabellensituation – Dritter gegen Vierzehnter – standesgemäß aus.

Die Oranienburger festigten mit diesem Erfolg ihren dritten Tabellenplatz und kamen aufgrund der Niederlage des Tabellenzweiten SG Flensburg-Handewitt II bei Tarp-Wanderup bis auf zwei Zähler an die Bundesliga-Reserve heran. Die Oranienburger gastieren am kommenden Sonntag, 16 Uhr, beim Tabellenzweiten in Flensburg. Eine Woche später müssen sie noch einmal in die Stadt an der dänischen Grenze und treffen dort auf den DHK Flensborg.

OHC I: Büchner, Tredup – Tourmo (2), Fröhlich (3), Schröder (1), Throl (1), Riedel (1), Klimczak (7/3), Lehmann, Siegler, Fuchs (1), Groth (3), Starke (4/3), Pommerening.

Stimmen zum Spiel

Holger Winselmann, Trainer OHC: „Meine Mannschaft hat weitestgehend das umgesetzt, was wir besprochen hatten. Gegen diese Abwehr muss man wach sein und gedankenschnell auftreten. Das ist uns besonders in der Anfangsphase ganz gut gelungen. Allerdings hätte ich mir insgesamt etwas mehr Spielfreude meines Teams gewünscht. Die Abwehrvariante der Neubrandenburger ist unbequem, aber nicht unbedingt kraftraubender als eine 6:0-Deckung. Dass wir auch an einem Sonntag solche Zuschauerzahlen haben, freut mich sehr. Es zeigt mir, dass der OHC einen gewissen Unterhaltungswert hat; ob die Spieler mit schönen Toren glänzen oder die Trainer Emotionen zeigen. Es ist schön, dass sie uns die Treue halten.“

André Wilk, Rückraumspieler Fortuna Neubrandenburg: „Wir waren nicht so vermessen, um hier die Punkte zu entführen. Aber wir wollten lange mitspielen und mal sehen, was herauskommt. Die erste Halbzeit war ganz okay, in der zweiten Halbzeit sind wir dann eingebrochen. Da hat der OHC gezeigt, dass er eine Klasse besser ist. In diesem Jahr. Wir wissen, dass der Angriff unsere Schwäche ist.“

Denny Groth, Kreisspieler OHC: „Es ist nicht so einfach, gegen solch eine Deckung zu spielen. Wir haben das im Training aber noch einmal geübt und die Aufgabe – so glaube ich – ganz gut gelöst.“

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 16.03.2009, Stefan Blumberg 

 

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