Nach der deutlichen Niederlage in Grünheide vor zwei
Spieltagen, ging es am vergangenen Wochenende in einem weiteren Spitzenspiel
der Brandenburgliga in Rathenow zur Sache.
Die gastgebende Handballspielgemeinschaft Rathenow
Milow lud als aktueller Tabellenführer den auf Platz drei liegenden OHCII
zum Kräftemessen in die Havellandhalle.
Im Hinspiel unterlag Milow nach 45 ausgeglichenen Minuten am Ende
deutlich mit fast 10 Toren Differenz. Und weil der OHC in der alten
Heimspielstätte, bis zur vergangenen Saison spielte die Mannschaft unter dem
Banner „Germania Milow“ in Premnitz,
selten überzeugen konnte, wollten die Mannen um Ronny Schmiedecke die
Gunst der Stunde nutzen und in Rathenow ein neues, siegreichen Kapitel
aufschlagen, sowie OHC-Kreisläufer Jörg Strauchmann 2 Punkte zum Geburtstag
schenken.
Der HSG sollte durch eine offensive Deckung auf den
Aussenpositionen beigekommen werden. „Lasst Sie gar nicht erst ins Spiel
kommen“ forderte OHC-Coach Schmiedecke von seinen Flügeln, „dann zwingen wir
sie zu Fehlabspielen“.
Der OHC ging durch Tempogegenstoß mit 0:1 in Front,
Milow beantwortete Oranienburgs Aufbegehren mit einem Doppelschlag, 2:1. Bis
zum 4:4 konnte sich kein Team einen bedeutenden Vorsprung erarbeiten, erst
aus mehreren unnötigen OHC Fehlern (Kühne-Schrittfehler, Kopiske-Abspielfehler)
konnte Milow Kapital schlagen, 10:5.
Schmiedeke wechselte seine Aufbaureihe und
beim 11:11 war der ersehnte Ausgleich geschafft. Milow nahm seine Auszeit
(23.Minute), der OHC orientierte sich seinerseits 4 Minuten später neu.
Kapital konnte jedoch kein Team daraus schlagen, denn über 12:12 ging es mit
14:13 in die Kabinen.
Für den OHC war klar, die im bisherigen Saisonverlauf
nur ganz selten aufgetretenen Technischen Fehler, waren heut zu viel und
müssen sofort abgestellt werden. Allein Fünf, die in sehr guten
Spielpositionen passierten und mit großer Wahrscheinlichkeit zu OHC-Toren
geführt hätten, eröffneten Kontermöglichkeiten für die Gastgeber, die diese
auch konsequent nutzten. Schmiedecke wollte also mehr Konzentration, denn
der OHC konnte bisher immer wieder aufschließen, ohne Fehler wäre sogar die
Führung und damit ein Sieg drin.
Nach der Pause begann trotz Ballbesitz für die Gäste
die HSG den Torreigen. Über 15:13 und 17:14 schien die Halbzeitansprache
nicht bei den OHC-Spielern angekommen zu sein. In der 39.Minute war
Oranienburg aber endgültig erwacht, denn der erneute Anschlusstreffer zum
18:18 fiel. Vor allem Bengt Steudtner zeigte sich nun treffsicher und
bediente auch Kreisläufer Marco Schönfisch mustergültig, der mehrmals nur
durch Fouls zu stoppen war. Die gegebenen 7m verwandelte Ivo Eismann sicher
und plötzlich lag der OHC in Front. Über 22:21 und 24:25 ließen sich die
Havelländer allerdings nicht abschüttelt. Beim 24:26 fiel dann der
keinesfalls unverdiente Treffer, nun war aber das Publikum zur Stelle und
feuerte den Tabellenführer frenetisch an.
Doch nun verließ den OHC das Glück, denn mehrere
Zeitstrafen ließen Milow zum Ausgleich kommen (26:26-55.Minute) und in der
Folge sogar wieder vorlegen. 30:27 lautete die Quittung der Unterzahl, in
der Rathenow die sich bietenden Räum konsequent nutzte, sich des Sieges aber
trotzdem noch nicht sicher sein konnte. Denn erst beim 30:29 in der letzten
Spielminute war der Spannungshöhepunkt erreicht. Der erfolgreichste
HSG-Schütze Haase vollendete mit seinem insgesamt 10. Treffer die
OHC-Niederlage.
Thomas Kühne