OHC I - HG Norderstedt 38:29 (19:11)
28.02.2009
Klarer Favorit gegen Norderstedt
In der Defensive zur Stabilität zurück finden
Ohne Zweifel geht unsere erste Männermannschaft heute als
klarer Favorit in die Partie gegen das Tabellenschlusslicht HG Norderstedt.Doch
diese Drucksituation bereitet dem OHC-Coach Holger Winselmann auch einige
Bauchschmerzen: „Ich hoffe sehr, dass die Spieler mittlerweile gelernt haben,
mit dieser Voraussetzung richtig umzugehen. Dies betrifft insbesondere die
Verantwortung für die eigene Leistung in jedem Spiel, den Respekt vor dem
sportlichen Kontrahenten und dessen Leistung“. Während die Youngsters des OHC
Sascha Starke, Mike Schröder und Erik Pommerening im letzten Punktspiel gegen
Cottbus (30:28) überzeugten und maßgeblich zum Erfolg der Mannschaft beitrugen,
taten sich beim OHC vor allem Defizite in der Defensivarbeit auf. Daher wünscht
sich Winselmann für das heutige Spiel, „dass die Abwehr zu der Stabilität
„vergangener Tage“ zurückfindet.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten
Oranienburger HC bezwingt Norderstedt deutlich / Zehn
Tore von Sascha Starke
Der Sieg gegen den Tabellenletzten aus
Hamburg fiel standesgemäß aus. Der OHC festigt den 3. Platz.
Selten hat es einen Sieg des Aufsteigers OHC gegeben, der so deutlich ausfiel –
nach dem aber die Spieler mit ganz langen Gesichtern umherliefen. „29 Gegentore
sind einfach zu viel“, brachte es Co-Trainer Michael Freund mit einem Blick auf
die Anzeigetafel auf den Punkt. Diese Zahl brachte vor allem Oranienburgs
Trainer Holger Winselmann auf die Picke, der zusehen musste, wie die
Norderstedter besonders in der zweiten Hälfte zu vielen Toren eingeladen wurden.
Diesen Vorwurf machte er seinen Spielern nach dem Abpfiff.
Dabei hatte es in der ersten Halbzeit tatsächlich wie ein Spiel Dritter gegen
Letzter ausgesehen. Die Oranienburger, bei denen Patrick Lehmann Regie führte,
legten zielstrebig los. Vor allem aus dem Rückraum (Fröhlich, Throl) traf der
OHC. Er nutzte die Lücken im Abwehrverbund gnadenlos. Zudem parierten die
Gäste-Torhüter kaum Bälle. 5:2, 8:3 und 10:4 (14.) hießen die Zwischenstände.
Auch die rote Karte gegen Erik Pommerening (er brachte einen HGN-Spieler beim
Gegenstoß vor dessen Wurf unglücklich zu Fall) und die phasenweise offensive
Deckung der HGN hielt das D-Zug-Tempo der Gastgeber nicht auf. Torwart Enrico
Büchner hielt diverse Bälle, vorn trafen seine Teamkollegen nach Belieben – vor
allem Sascha Starke, der am Sonnabend insgesamt zehn Treffer markierte und dabei
alle sechs Siebenmeter verwandelte. „Im Männerbereich sind mir noch nie so viele
Tore in einem Spiel geglückt“, sagte der 20-Jährige. 16:6 und 18:7 hieß es
zwischendurch, zur Pause dann 19:11. Dabei waren auch wunderbar herausgespielte
Tore wie das 11:5 von Denny Groth, der einen Rückpass vom auf der Grundlinie
stehenden Heiner Throl einnetzte.
Diesen guten Zeiten in den ersten 30Minuten ließ der Hausherr nach der Pause
schlechtere folgen. Sicher, die einheimische Mannschaft konnte ihren deutlichen
Vorsprung immer halten, aber sie agierte in der Defensive zu fahrlässig.
Mitunter spazierten die Gästespieler mit der „schnellen Mitte“ direkt vom Anwurf
allein aufs OHC-Tor und trafen. Auch spielten die Norderstedter den Gastgeber
mitunter regelrecht aus. Der Wille, handfest zuzufassen, fehlte. Zudem ließ nun
auch die Konzentration im Angriff nach, der OHC scheiterte in etlichen
aussichtsreichen Situationen an den Norderstedter Torhütern.
OHC I: Büchner,
Tredup – Fuchs, Stelzig (4), Throl (5), Lehmann (1), Starke (10/6), Pommerening,
Fröhlich (4), Tourmo (2), Schröder, Groth (2), Riedel (3), Klimczak (6).
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 01.03.2009, Stefan Blumberg

Stimmen zum Spiel
Sascha Starke,
OHC-Spieler: „Ich glaube, bei mir lief es heute ganz gut. Bei
den Siebenmetern war ich mal im Vorteil, denn der Norderstedter
Torwart hat mal in Potsdam gespielt. Unser Trainer forderte in
der Pause Konzentration. Im Angriff sah das ganz ordentlich aus,
aber in der Abwehr haben wir ja bei fast jedem Wurf der Gäste
den Weg freigemacht.“
Manuel Clari, Torwart HG Norderstedt: „Das Spiel war wieder fast
so wie allen anderen zuvor auch: Wenn es um nichts mehr geht,
weil wir hoch zurückliegen, spielen wir plötzlich mit. Das ist
ärgerlich.“
Tim Fröhlich, OHC-Spieler: „In der Abwehr haben wir in der
zweiten Halbzeit eine unterirdische Leistung geboten.“
Gunnar Tredup, OHC-Torwart: „Wir haben heute zwei Punkte
gewonnen und kommen jetzt schon auf 30:14 Punkte – die kann uns
keiner mehr nehmen. Das hätte auch keiner gedacht. Wir haben in
der zweiten Hälfte sicher nicht gut gespielt. Aber man muss den
Norderstedtern auch ein Lob zollen, die haben nie aufgegeben und
bis zum Ende weitergekämpft.“ sb
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 01.03.2009, Stefan Blumberg