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LHC Cottbus - OHC I 28:30 (15:13)

21.02.2009

OHC nimmt Lausitzarena ein

Oranienburger drehen das Spiel beim LHC Cottbus nach der Pause

Die OHC-Männer haben auch das zweite Landesderby gegen den Absteiger aus der 2. Bundesliga gewonnen. In der letzten Viertelstunde bog das Oberhavelteam auf die Siegerstraße ein.

Vielleicht lag es auch ein wenig an der Einlaufmusik des LHC Cottbus, dass die Oranienburger am Sonnabend das Landesderby gewannen. Denn die OHCer hatten in den vergangenen Jahren die gleiche Musik beim ,,Einmarsch’’ in die Halle. Womöglich war aber auch die Ausgeglichenheit der Teams der entscheidende Vorteil.

Auf jeden Fall ließen sich die Gäste weder von den Cottbusern noch von der wunderschönen Lausitz-Arena beeindrucken. Der OHC spielte in der Anfangsphase besonders im Angriff humorlos. Kapitän Riccardo Tourmo warf LHC-Torwart Carsten Ohle mehrfach die Bälle um die Ohren. Da aber auch die Hausherren trafen, schaukelten sich beide Teams bis zum 5:5 hoch, ehe Sascha Klimczak zum 6:5 zur ersten OHC-Führung traf (11.). Es kam noch besser, der Tabellendritte baute seinen Vorsprung bis zum 9:6 aus. So glatt ging es jedoch nicht weiter. Der LHC kam besonders beim Überzahlspiel wieder heran (9:9). „Das Abwehrverhalten meiner Mannschaft gefiel mir nicht besonders gut. Es war die Fortsetzung der nicht zufriedenstellenden Defensivarbeit des Bad-Doberan-Spiels’ vor einer Woche’, monierte OHC-Trainer Holger Winselmann. Allerdings verhinderten die zwei nicht verwandelten Siebenmeter und die vier Holztreffer eine bessere Torausbeute für den OHC. Das machte sich bis zur Pause insofern bemerkbar, als dass der Zweitliga-Absteiger kur vor der Pause deutlich in Führung ging (15:12).

Trotz des Rückstandes und des Ausfalls von Riccardo Tourmo (vermutlich eine Blutgefäßverletzung in der Wade) blieb der OHC im Spiel. Heiner Throl und Tim Fröhlich übernahmen nach dem Wechsel Verantwortung und trafen aus dem Rückraum. Vor allem aber der auf der Linksaußen-Position eingesetzte Sascha Starke nutzte seine Chance souverän (Winselmann: „Er hat ein prima Spiel gemacht.’’). Das Selbstbewusstsein der Gäste ging nie flöten. Sogar in Unterzahl trafen die Oranienburger und erzielten den Ausgleich (vom 18:20 auf 20:20). Da sich jetzt auch zu den Gastgebern Holzpech gesellte und OHC-Torwart Gunnar Tredup mehrfach in Eins-gegen-eins-Situationen grandios hielt, bahnte sich die Wende an. Nach dem Führungstreffer von Mike Schröder zum 23:22 (44.) ließ der OHC weitere Tore folgen. Der Vorsprung betrug bald drei (25:22, 27:24) und sogar vier Tore (29:25). Die Gäste bestanden dabei auch mehrere Unterzahlspiele mit Bravour.

Während OHC-Trainer Holger Winselmann über den Erfolg strahlte, meinte der Cottbuser Trainer Norbert Thormeier: „Wir waren nicht schlechter als Oranienburg. Das Spiel hat keinen Sieger verdient.“

OHC: Tredup, Büchner – Fuchs, Stelzig, Throl (5), Lehmann, Siegler, Pommerening (1), Tourmo (5), Schröder (1), Groth (1), Fröhlich (5), Riedel (2), Klimczak (3), Starke (7/1)

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 23.02.2009, Stefan Blumberg


„Her den Ball, ich mach ihn rein!“

Tim Fröhlich war am Sonnabend einer derjenigen, der in den entscheidenden Phasen Mut zeigte und wichtige Tore erzielte. Mit dem 24-jährigen Rückraumspieler sprach nach der Partie MAZ-Redakteur Stefan Blumberg.

MAZ: Hatten Sie den Sieg eingeplant?

Tim Fröhlich: Es war nicht unbedingt zu erwarten, dass wir hier gewinnen. Deshalb bin ich respektvoll nach Cottbus gefahren. Es hat sich im Spiel ja bewahrheitet, dass die Cottbuser eine gute Mannschaft haben.

Der LHC besaß lange leichte Vorteile. Was war so schwierig in dem Spiel?
Fröhlich: Wir sind im Angriff an uns selbst gescheitert. Und die Cottbuser haben sich gut auf uns eingestellt. Ähnlich wie die Bad Doberaner haben sie viel über den Kreis gespielt. Das war ein gutes Konzept.

Was war der Schlüssel dafür, dass der OHC das Spiel umgebogen hat?

Fröhlich: Wir gehen mit solchen Spielen routinierter um, lassen uns nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Und in der zweiten Halbzeit geht bei uns eh immer noch mehr als bei Gegner.

In der Endphase haben Sie zwei Tore in Unterzahl markiert. Das sah sehr mutig aus.

Fröhlich: Das war echt cool. Ich habe gesagt: Her den Ball, ich mach den rein! Es hat funktioniert.

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 23.02.2009, Stefan Blumberg

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