VfL Potsdam – OHC I
32:22 (16:13)
31.01.2009
Potsdamer geben sich keine Blöße
OHC verliert beim Spitzenreiter 22:32
Es bleibt dabei: Der VfL Potsdam bleibt in
der Regionalliga die Allmacht. Auch der Tabellendritte Oranienburger HC
vermochte nicht, am Thron des VfL zu wackeln, ließ sich aber nicht so vorführen
wie im Hinspiel.
Zwar hat es während des Spiels draußen geschneit, aber nach Strich und Faden
einseifen ließen sich die Oranienburger nicht – auch wenn der Endstand anderes
vermuten lässt.
Der OHC begann mutig und ohne Respekt. Martin Siegler, Heiner Throl und
Christian Riedel sorgten mit ihren Toren nach acht Minuten für eine 5:3-Führung.
Es war das Resultat einer fast effektiven Chancenauswertung und einer bissigen
Abwehrarbeit, die sich bis zur Pause fortsetzte. VfL-Trainer Peter Melzer
deutete das anders: „Unsere Angriffsleistung war sehr schlecht.“ Das änderte
sich peu a peu. Beim 6:5 (Enrico Bolduan) lag der nach wie vor verlustpunktfreie
Tabellenerste aus der Landeshauptstadt das erste Mal vorn und schien mit seinem
geradlinigen und kompromisslosen Angriffsspiel auf und davon zu ziehen. Doch die
Oranienburger ließen sich nicht abschütteln, verkürzten die Abstände immer
wieder erfolgreich (8:6 – 8:8; 11:9 – 11:10; 14:10 – 14:13).
Die Potsdamer hatten noch Reserven. Die spielten sie in der zweiten Halbzeit
immer mehr aus. Mit fünf Toren in Folge zum 19:13 setzten sie klare Signale. Zu
verdanken hatte der VfL das vor allem seinem in der zweiten Hälfte eingesetzten
Torwart Ariel Panzer, der die Oranienburger mit seinen Paraden verzweifeln ließ.
Jetzt fehlte sogar der Mut zum Wurf. „Allerdings hatten wir unsere Torchancen“,
so OHC-Rückraumspieler Tim Fröhlich. Aber da war eben jener Panzer. Auf der
anderen Seite bekam OHC-Keeper Gunnar Tredup kaum eine Hand an den Ball. Das
Dilemma: Gegen eine Mannschaft wie den VfL Potsdam kann man nur bestehen, wenn
alles 100-prozentig klappt. Da darf kein Spieler ausfallen. Dem OHC fehlten
Kapitän Riccardo Tourmo, der bislang erfolgreichste Torwerfer Sascha Klimczak
und Torwart Enrico Büchner. Auch beste Chancen (wie die von Patrick
Lehmann/Pfosten oder Erik Pommerening/gehalten) müssen sitzen. Womöglich braucht
man auch die Schiedsrichter in Zweifelsfällen mal auf seiner Seite. Kurzum: Es
ist kaum möglich, die Potsdamer zu bezwingen. Reserve-Keeper Fabian Fuchs: „Die
spielen in einer eigenen Liga.“
Das war in der zweiten Hälfte phasenweise zu sehen, zumal den Potsdamern, die
von allen Positionen torgefährlich waren, der Kräfteverschleiß der OHC-Spieler
entgegenkam. Mit einer offensiven Deckung hielten die Oranienburger in der
Schlussviertelstunde den Zehn-Tore-Abstand.
OHC I: Tredup, F. Fuchs – St. Fuchs (2), Stelzig,
Throl (6), Lehmann (1), Siegler (4), Pommerening, Schröder (1), Groth, Fröhlich,
Riedel (4), Starke (4/3)
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 02.02.2009, Stefan Blumberg
„Ob ich nun auf der Tribüne sitze …“
Handball-Gespräch mit Fabian Fuchs, der im
OHC-Regionalligateam aushalf
Fabian Fuchs stand am Sonnabend im
Aufgebot des Oranienburger HC beim Handball-Regionalligaspiel in Potsdam. Nach
seinem Einsatz bei der 22:32-Niederlage sprach MAZ-Redakteur Stefan Blumberg mit
dem Torwart.
MAZ: Sie haben nicht das erste Mal bei der Ersten ausgeholfen. Wie kam es
diesmal dazu?
Fabian Fuchs: Stammtorwart Enrico Büchner fehlte, deshalb sollte ursprünglich
Marcel Schmidt von der zweiten Mannschaft einspringen. Er wollte aber unbedingt
gegen Grünheide spielen. So habe ich ausgeholfen. Ich wäre eh hergefahren. Ob
ich nun auf der Tribüne sitze oder auf der Bank, ist ja egal.
Sie sind in den letzten zehn Minuten zum Einsatz gekommen. War das so
abgesprochen?
Fuchs: Nein, der Trainer hat sich da gar nicht eingemischt. Das haben wir
Torleute während des Spiels so entschieden.
Ist es etwas anderes, bei der Ersten dabei zu sein?
Fuchs: Für mich schon. Es sind mehr Zuschauer da, es geht um mehr. Es ist ein
schönes Gefühl, in dem Team mitzuspielen, bei dem man sonst nur als Zuschauer da
ist.
War Ihnen die deutliche Niederlage gegen den Tabellenführer zu hoch?
Fuchs: Die spielen ja in ihrer eigenen Liga. Sie haben viel mehr Möglichkeiten,
wechseln ständig durch und spielen auf einem Niveau weiter. Ich denke, dass es
anders gelaufen wäre, wenn wir Enrico Büchner, Sascha Klimczak und Riccardo
Tourmo dabei gehabt hätten.
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 02.02.2009, Stefan Blumberg
Oranienburger sehen sich als
Außenseiter
VfL Potsdam steht am Sonnabend daheim vor einer härteren Probe
Der Oranienburger HC steht auf dem dritten Platz der vom 1.
VfL Potsdam dominierten Handball-Regionalliga. Kaum jemand hatte dem Aufsteiger
so einen Höhenflug zugetraut. Außer Holger Winselmann. Der einstige DDR- und
bundesdeutsche Nationalspieler ist der Trainer des OHC und sagt dazu: „Ich
wusste, dass ich ein veranlagtes Team habe. Einen einstelligen Tabellenplatz
gaben wir deshalb ohnehin als Saisonziel aus.“
Nach den ersten fünf Spielen der Oranienburger im Herbst hatte selbst Winselmann
Angst bekommen, er habe sich womöglich zu weit aus dem Fenster gelehnt mit
seiner Prognose. Ganze zwei Punkte aus zwei Remis-Partien standen auf der
Habenseite. „Wir hatten allerdings zunächst auch die vermeintlich dicken Brocken
zu bespielen“, schaut Winselmann zurück. „Die Mannschaft merkte aber damals
schon, dass in der Regionalliga auch nur mit Wasser gekocht wird, bekam immer
mehr Selbstvertrauen“, so der 45-Jährige.
Es folgte eine Siegesserie von sieben Partien. Opfer in der Sturm- und
Drangphase der Oranienburger wurden sogar die beiden Flensburger
Staffel-Mitfavoriten. Auch nach der Weihnachtspause unterstrich die vom
untersetzten Kapitän Riccardo Tourmo geführte Truppe, dass sie oben mitspielen
kann, schlug zuletzt die Berliner Preußen mit 28:26.
„Dennoch, ich bin nicht so vermessen zu glauben, dass ausgerechnet wir den
Potsdamern den ersten Minuspunkt verpassen“, sagt Holger Winselmann vor dem
Auftritt seiner Jungs am Sonnabend um 19.30 Uhr in der Sporthalle in der
Heinrich-Mann-Allee. Nicht nur die klare 17:31-Niederlage aus dem Hinspiel lässt
den Ex-Magdeburger bescheiden auftreten. „Der VfL ist einfach weit stärker
besetzt, hat große Vorteile in der Athletik. Das zeigt sich vor allem in einer
starken Abwehr, aus der sie schnelle Konter fahren können“, erklärt Winselmann.
Im Potsdamer Lager gibt es in der Tat keinen Grund, sich vor der Partie gegen
Oranienburg Sorgen zu machen. VfL-Trainer Peter Melzer betont jedoch: „Ich habe
immer gesagt, dass wir jeden Gegner ernst nehmen, um nicht böse Überraschungen
zu erleben. Die Oranienburger spielen einen schnellen, beherzten Ball. Wir
werden schon aufpassen müssen.“ Bis auf Eric Kleiner, der länger ausfällt, hat
er aber alle seine Akteure an Deck fürs Landes-Derby.
Das heißt auch, dass wieder von Alexander Haase betreute A-Jugendspieler zum
Einsatz kommen könnten. „Zwischen Alex und mir gibt es keine Differenzen, wie
uns in der Presse unterstellt wurde. Wir arbeiten bestens zusammen, was schon
diese gemeinsame Spielerförderung zeigt“, so Melzer.
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 29.01.2009, Horst Sperfeld
Brandenburger Gipfeltreffen
Die
heutige Partie zwischen dem VfLPotsdam und dem Oranienburger HC ist das
Spitzenspiel der Liga und das märkische Gipfeltreffen.
Was vor der Saison die wenigsten erwartet haben,
ist nun Realität. Heute wird um 19.30 Uhr in der Potsdamer
Heinrich-Mann-Allee die Partie zwischen dem VfL Potsdam und dem
Oranienburger HC angepfiffen. Diese Begegnung ist nicht nur das
Spitzenspiel der Regionalliga Nordost, sondern auch das Gipfeltreffen
der beiden besten Brandenburger Handballmannschaften. Die Potsdamer sind
Tabellenführer und dominieren die Staffel fast nach Belieben. „Knappe
Spiele“ gewinnt der VfL mit vier beziehungsweise sechs Toren, wie auf
Usedom oder gegen den Zweitplatzierten, Flensburg/Handewitt II.
Aufsteiger OHC hat sich nach dem Sieg letzte Woche gegen die Berliner
Preußen den 3.Tabellenplatz zurückerobert und rangiert deutlich vor den
anderen brandenburgischen Teams.
Dementsprechend ernst nehmen die Potsdamer die Partie. „Landesderbys
unterliegen eigenen Gesetzen“, mahnt und warnt VfL-Trainer Peter Melzer
auf der Homepage des VfL Potsdam, ohne jedoch den eigenen Siegesanspruch
vermissen zu lassen.
„Ich bin nicht so vermessen zu glauben, dass ausgerechnet wir den
Potsdamern den ersten Minuspunkt verpassen“, blickt OHC-Coach Holger
Winselmann voraus und erläutert die Unterschiede beider Teams. „Der VfL
hat ein anderes Spielerpotenzial zur Verfügung und besitzt mit der
Sportschule völlig andere Strukturen.“ Nichtsdestotrotz verlangt der
Oranienburger Coach von seinen Schützlingen, mit mehr Mut als im
Hinspiel die Partie anzugehen. „Dann werden wir auch ein besseres
Ergebnis als das 17:31 erreichen.“ Der Diskrepanz hinsichtlich des
Leistungsniveaus ist sich auch Linkshand Christian Riedel bewusst: „Wenn
wir das spielen, was wir können, wären wir in der Lage, Potsdam zu
kitzeln.“
Der VfL Potsdam wird sich den Aufstieg in die 2. Bundesliga wohl nicht
mehr nehmen lassen, weswegen es erst einmal das letzte märkische
Gipfeltreffen zweier Teams aus Brandenburg ist. Mit von der Partie wird
der wieder genesene Christian Riedel sein, während Sascha Klimczak
angeschlagen (Grippe) in die Partie geht. Es fehlt hingegen Torwart
Enrico Büchner. „Auf der Torwartposition müssen wir uns erst noch
entscheiden, ob wir jemanden nachnominieren“, informiert Trainer
Winselmann.
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 31.01.2009, Jean Gstrein
Eine Hälfte lang geträumt
Eine Halbzeit lang durften die
mitgereisten Anhänger des Oranienburger HC in der Sporthalle des VfL
Potsdam von der Sensation träumen. Dann machte der verlustpunktfreie
Spitzenreiter der Handball-Regionalliga ernst und gewann noch souverän
mit 32:22 (16:13).
Wie in der Hinrunde hatte auch im Rückspiel Spitzenreiter Potsdam gegen
den OHC (hier Patrick Lehmann beim Wurf) nur in wenigen Szenen das
Nachsehen. Fedders
Nach einem so deutlichen Resultat hatte es in der ersten Halbzeit nicht
ausgesehen. Denn der Tabellendritte ergriff sofort die Initiative. Nach
Treffern von Throl (2) und Siegler führten die Gäste plötzlich mit 3:1
(3.). Dieser Zwei-Tore-Vorsprung hatte bis zum 5:3 (7.) Bestand. Der
verdutzte Sprecher (in der nicht wirklich zweitligatauglichen Halle)
musste gleich dreimal einen "Anschlusstreffer" für die Potsdamer ansagen
- so oft dürfte das angesichts der Potsdamer Dominanz in dieser Saison
noch nicht vorgekommen sein. Dann häuften sich die Fehlversuche auf
Oranienburger Seite. Potsdam wurde treffsicherer und lag beim Stand von
6:5 (10.) erstmals vorn.
Die Winselmann-Schützlinge aber wollten sich nicht mit der Rolle eines
besseren Sparringspartner zufrieden geben und blieben am Drücker. Beim
9:9 nach gut 20 Minuten war Potsdam immer noch nicht auf und davon. Zwar
erspielten sich die Landeshauptstädter in der Folge eine 14:10-Führung,
doch das hielt den OHC nicht davon ab, noch einmal auf 14:13 zu
verkürzen. Und so sah sich der unzufriedene VfL-Trainer Peter Melzer
kurz vor der Pause gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Denn mit dem
Angriffsspiel seiner Akteure war er gar nicht einverstanden: "Einige
haben wohl gedacht, sie wären Pascal Hens", meinte Melzer auf der
anschließenden Pressekonferenz scherzhaft. Etwas unglücklich kassierte
Oranienburg dann noch zwei Gegentreffer bis zum Pausenpfiff (16:13).
Entschieden war aber noch nichts.
Dies änderte sich spätestens nach zehn Minuten in Halbzeit zwei, was man
den aufopferungsvoll kämpfenden Oranienburgern allerdings nicht verübeln
konnte. Denn die Potsdamer schalteten in Abwehr und Angriff nun einen
Gang hoch. Phasenweise schien die athletische Deckung des
Tabellenführers jetzt ein unüberwindbares Hindernis. Immer wieder
prallten die Angriffswellen an der Potsdamer Abwehr ab. Fand doch einmal
ein Oranienburger eine Lücke, dann war da immer noch Ariel Panzer. Der
argentinische Klasse-Keeper ließ in der ersten Viertelstunde der zweiten
Halbzeit bis zum 26:16 nur drei Gegentore zu. Damit war das Spiel
entschieden. Immerhin ließen die Kreisstädter den VfL nicht weiter als
bis auf zehn Treffer davonziehen.
"Es ist schade, dass wir nicht mit voller Kapelle antreten konnten. In
Bestbesetzung hätten wir die Potsdamer sicherlich noch etwas mehr
fordern können", meinte OHC-Akteur Martin Siegler nach dem Schlusspfiff.
Er vertrat den am Oberschenkel verletzten Sascha Klimczak auf der
Rückraum-Mitte-Position und zählte nicht nur wegen seiner vier Treffern
neben Heiner Throl zu den besten Oranienburgern an diesem Tag. Auch
Keeper Enrico Büchner stand Coach Holger Winselmann nicht zur Verfügung.
Für ihn kam Fabian Fuchs zum Einsatz, der normalerweise für die
Oranienburger Reserve in der Brandenburgliga spielt. "Auch wenn wir in
der zweiten Hälfte eingebrochen sind, haben wir uns gut verkauft", zog
Winselmann trotz der Ausfälle ein positives Fazit.
OHC: Tredup, F. Fuchs - S. Fuchs
(2), Starke (3), Throl (6), Lehmann (1), Siegler (4), Pommerening,
Schröder (1), Groth Fröhlich, Riedel (5), Stelzig
Potsdam: Pahl, Panzer - Pohlack (3), Melzer (5), Barsties (1), Schugardt
(3), Bieganski (1), Bolduan (4), Piske (2), Mellack (4), Schmidt (4),
Reimann (3), Kübler (1), Harnge (1)
Presseartikel,
Oranienburger Generalanzeiger, 31.01.2009, Thomas Gutke