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OHC I – HSG Kropp-Tetenhusen-Dithm. 30:25 (14:7)

20.12.2008

Erste Reihe, zweite Reihe
Handball Regionalliga Männer / Nach Turbostart „wurstelte“ sich der OHC zum Sieg

Die Männer des Oranienburger HC holten am Sonnabend zwei Punkte, aber ein herzergreifendes Spiel sahen die etwa 600 Zuschauer von ihrem Team nicht.

OHC-Trainer Holger Winselmann gab zu: „45 Minuten lang war es kein schönes Spiel.“ Zumindest aber blieb die Erkenntnis, dass seine Mannschaft in der Lage ist, gegen solch einen Gegner wie Kropp noch einmal eine Schippe draufzulegen, um zu gewinnen.

Entgegen dem vorherigen Heimspiel gegen Peenetal-Loitz (40:36), als die Oranienburger schnell mit fünf Toren im Rückstand gelegen hatten, begann Winselmann diesmal mit seiner vermeintlich stärksten Aufstellung. Nach einer kurzen Orientierungsphase – Kropp führte 3:2 (5.) - fanden die Gastgeber ihre Linie und marschierten auf und davon. Sieben Tore in Folge zum 9:3 (14.) waren schon die halbe Miete, zumal es in dem Tempo weiterging. Robert Stelzig traf nach herrlichen Kreisanspielen (meist von Sascha Klimczak), Riccardo Tourmo von der Linksaußenposition zweimal per Heber, Christian Riedel von der Rechtsaußenposition oder per Tempogegenstoß. Der OHC-Express rollte wie schon in den überragenden Spielen gegen Flensburg II (37:25) oder Flensborg (31:20). Fünf Minuten vor der Pause stand es 14:5. „Die trauen sich ja gar nichts zu“, beschrieb ein Zuschauer das Spiel der Gäste. Die waren vor allem beim eigenen Angriffsspiel ratlos und ängstlich, weil die OHC-Akteure in der Abwehr das machten, was sie in der Hinrunde so ausgezeichnet hatte: beherzt zupacken. Die Norddeutschen waren genervt, verzweifelt und verunsichert, mieden geradezu den Weg zum Oranienburger Tor. Wegen dieser Überlegenheit begann Holger Winselmann schon frühzeitig durchzuwechseln. Phasenweise saßen der „erste“ Rückraum (Throl, Klimczak, Fröhlich), dazu auch die Außen Tourmo und Riedel auf der Bank. Das Ergebnis: Kropp traf vor der Pause noch zweimal, nach Wiederanpfiff dreimal. Stockfehler im Angriff und Lücken in der Abwehr nutzen die Gäste aus. Als es plötzlich nur noch 14:10 stand, reagierten auch einige Fans unwirsch: „Das gibt es doch nicht, er kann doch hier nicht die zweite Reihe spielen lassen!“

Holger Winselmann übte sich in der zweiten Hälfte in Geduld, meinte aber: „Na klar waren es unterschiedliche Aufstellungen. Aber wir arbeiten ein ganzes Jahr miteinander, sind eine Mannschaft. Es ist nur schade, dass es nach den Wechseln nicht so flüssig weiterging. Die Spieler sind nicht gut ins Spiel reingekommen, ließen aber auch die nötige Körpersprache vermissen. Es gibt einen gewissen Niveau-Unterschied im Team.“

In den zweiten 30 Minuten verstärkte der OHC-Coach nur ganz behutsam sein Team so, dass der Sieg nicht in Gefahr geriet. Bis zehn Minuten vorm Ende war aber alles drin (23:20). Erst dann verschaffte sich der Aufsteiger ein sicheres Polster von fünf Toren und verbringt die Jahreswende auf dem sensationellen 3. Platz.

OHC I: Tredup, Büchner – Throl (4), Fröhlich (2), Tourmo (2), Groth (1), Fuchs (2), Riedel (7), Starke (4/3), Pommerening, Siegler (1), Klimczak (2), Stelzig (5), Lehmann.


Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 22.12.2008, Stefan Blumberg


„Hinrunde ist super gelaufen“
Ein weiteres solides, aber unauffälliges Spiel lieferte der 20-jährige Sascha Starke ab. Mit dem 20-Jährigen sprach MAZ-Redakteur Stefan Blumberg.

saschastarkeMAZ: Ihre Mannschaft tat sich schwer. Wie ist Ihre Erklärung?
Sascha Starke: Nur phasenweise haben wir uns schwer getan. Einfacher war es in der ersten Hälfte, weil Kropp da zurückhaltender spielte. Das sah nach dem Wechsel anders, da traten sie aggressiver auf. Das hat man auch an deren Zeitstrafen gesehen.

Sie hatten gegen Kropp mehr Einsatzzeit als sonst …
Starke: …nein, in den vergangenen Spielen durfte ich schon für längere Zeit ran. Ich denke, dass es bei mir im Moment auch ganz gut läuft und deshalb mehr spiele.

Das war aber nicht immer so. Wie gehen Sie damit um, länger auf der Bank zu sitzen?
Starke: Jeder will möglichst viel spielen. Deshalb war das am Anfang auch nicht so leicht. Und wenn ich nur für die Siebenmeter raufkomme, ist das nicht unbedingt zufriedenstellend.

Im Spiel gegen Kropp hat Sie Ihr Trainer nach einem Fehler verbal Maß genommen. Bekommt man das auf dem Spielfeld mit?
Starke: Na klar. Hinterher erklärt er das einem auch auf der Bank. Meistens hat er ja recht und versucht, auf Fehler hinzuweisen.

Welche zum Beispiel?
Starke: Ich soll halt öfter den Abschluss suchen, mir einiges zutrauen. Ich höre oft, dass ich bei einem Wurfversuch zwei Meter über der gegnerischen Abwehr in der Luft stehe – werfe aber nicht, sondern spiele ab. Da muss ich noch an mir arbeiten.

Was sagen Sie zur Hinrunde des OHC?
Starke: Die ist super gelaufen. Ich bin froh, dass wir so weit oben stehen. In der BB-Liga hatten wir nur zwei schwere Gegner, in der Regionalliga muss man jede Woche an seine Grenzen gehen. Das ist der Unterschied.

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 22.12.2008, Stefan Blumberg; Foto: Monika Poetschke

14 Säcke mit Plüschtieren
Ein voller Erfolg war die Plüschtieraktion des Oranienburger HC am Sonnabend beim Regionalligaspiel gegen die HSG Kropp-Tetenhusen-Dithmarschen (30:25). 14 Säcke voll übergab Vereinspräsident Werner Siegler dem Chef der Oberhavel-Kliniken, Detlef Troppens, für die Kinder, die Weihnachten im Krankenhaus verbringen müssen. Umgerechnet sind das 735 Plüschtiere. „Wahnsinn, es kamen mehr als im Vorjahr zusammen“, staunt OHC-Präsident Werner Siegler. „Die Aktion ist ein Selbstläufer geworden.“ Die meisten der knapp 600 Fans brachten die Kuscheltiere mit, aber auch Lidl und Spielemax spendeten fleißig für die kranken Mädchen und Jungen.

Erstmals unter den vielen Gästen in der VIP-Lounge weilte auch der neue Kreistagspräsident Karten-Peter Schröder. Werner Siegler: „Es gab viele interessante Gespräche. Das Schönste ist, dass sich bei solchen Runden – wie am Sonnabend geschehen – auch noch eine neue Sponsoring-Vereinbarung anbahnt.“

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 22.12.2008, Stefan Blumberg