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OHC I – TSV Altenholz 24:27 (12:17)

24.09.2008

DHB-Pokal Männer / Torwart-Opa als Pokalschreck
OHC verliert gegen TSV Altenholz

Hätte, Wenn und Aber zählt nicht. Das nüchterne Fazit des Spiels gestern Abend: Der Regionalligist OHC ist bei der Auslosung der nächsten Runde des DHB-Pokals nicht mehr im Lostopf. Es waren Kleinigkeiten, die über das Ausscheiden entschieden: Fehlwürfe, Pfostentreffer, Zeitstrafen und nicht immer ganz nette Schiedsrichter.

Der Zweitligist zeigte, warum er eine Liga höher spielt als die Oranienburger. Festes Zupacken in der Abwehr, sichere Zuspiele im Angriff und eine humorlose Chancenverwertung zeichneten die Altenholzer aus. Mit ein paar lautstarken Trommlern im Rücken ließen die Norddeutschen in der ersten Hälfte nichts anbrennen. Nach dem kurzen Sprint vom 6:5 auf 9:5 (13.) hielt der TSV den Gastgeber immer auf Distanz – mindestens zwei Tore. Zur Pause lag die einheimische Mannschaft 12:17 hinten.

Obwohl der OHC nur mit elf Spielern antrat, investierte er nach der Pause mehr in die Partie, zeigte in der Abwehr mehr Biss, lief mehr und gestaltete das Spiel schneller. Aber da hatten sie die Rechnung ohne Torwart-Opa Michael Krieter gemacht. Nach seinem Karriereende 2003 bei Post Schwerin wurde der ehemalige Nationaltorwart (95 Länderspiele) bei vier Vereinen reaktiviert. Der 45-Jährige glänzte mit einem Klasse-Stellungsspiel und immer noch mit einem hervorragenden Reaktionsvermögen. Und das in Momenten, wo der OHC drauf und dran war, den Anschluss zu schaffen. Die Gastgeber haben die „Big points“ nicht gemacht. Christian Riedel, Heiner Throl, Tim Fröhlich, Mike Schröder, Sascha Starke – sie alle scheiterten mit Würfen, Hebern und bei Tempogegenstößen an dem Oldie. „Wahrscheinlich haben meine Spieler gesehen, dass ihm nicht mit Würfen beizukommen ist, deshalb versuchten sie, ihn anders zu überlisten“, sagte OHC-Trainer Holger Winselmann, der mit der Gesamtleistung seines Teams nicht unzufrieden ist.

16:18, 17:23, 20:23, 21:26 und 24:26 waren die Zwischenstände, denen der 24:27-Endstand und der Pokal-K.o. folgte.

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 25.09.2008, Stefan Blumberg  


Altenholz in dritter Pokalrunde

Es war ein Spiel der Generationen: Auf der einen Seite Tim-Philip Jurgeleit, der mit seinen zarten 19 Jahren acht Treffer für den TSV Altenholz verbuchen konnte, auf der anderen Seite der 45-jährige Michael Krieter, dem im Tor 18 Paraden gelangen.

Die Erwartungen an die durchschnittlich zweitjüngste Mannschaft der 2. Handball-Bundesliga Nord waren hoch: Nach dem Wechsel von Wolfgang Schwenke zu den Rhein-Neckar-Löwen galt es, Ehrgeiz zu beweisen.

Tim Lübker konnte in der ersten Halbzeit an die Leistung der vergangenen Spiele anknüpfen, zehn Treffer von Seiten des Oranienburger HC verhinderte er in seinem 37-minütigem Einsatz. Anfangs konnte Altenholz mit einigen Treffern durch Sebastian Opderbeck und Christian Drecke punkten - dennoch entsprach die spielerische Leistung nicht dem Niveau der vergangenen Spiele. Tim-Philip Jurgeleits 7-Meter-Versuch landete oberhalb des Pfostens und im Gesamten wirkte die Mannschaft verunsichert. So konnte sie ihren Vorsprung anfangs auch nicht auf mehr als vier Tore ausbauen. Durch einige Fehler im Angriff verwertete Altenholz einige Chancen nicht, brachte es dennoch zum Ende der ersten Halbzeit zu einem 17:12. Am Anfang der zweiten Halbzeit wiederholten sich die Fehler in der Offensive. Der Altenholzer Angriff kam in der gegnerischen Abwehr immer wieder ins Trudeln und ließ sich den Ballbesitz mehrere Male streitig machen. Die Verantwortlichen auf der TSV-Trainerbank wechselten daraufhin in der 38.Minute Michael Krieter ein, um die Lücken, die sich nun auch in der Abwehr auftaten zu schließen - eine Entscheidung, die sich im Spielverlauf noch als nützlich erweisen sollte. Krieter konnte achtzehn Bälle des Oranienburger Angriffs abwehren und sicherte damit den Vorsprung der Altenholzer Mannschaft. Im Hinblick auf die vergangenen zwei Tage, schien der 45-jährige der Mannschaft eine gewisse Sicherheit zu geben. Durch seine Erfahrung konnte nun auch der Angriff des TSV frei aufspielen.

Die mittlerweile fast obligatorisch fehlende Konzentration in den letzten Spielminuten auf Altenholzer Seite, kam heute nicht zum Ausdruck. Das Vertrauen der Verantwortlichen wurde nicht nur in erfahrene Spieler, sondern ganz nach den Leitsätzen des Ex-TSV-Trainers Wolfgang Schwenke, auch in junge Spieler gesetzt. So konnte auch Tim-Philip Jurgeleit bei drei 7-Meter-Würfen seine Nerven unter Beweis stellen und zudem noch fünf Feldtore auf dem Altenholzer Punktekonto gutschreiben. Auch dem TSV-Youngster Hendrik Pekeler gelangen vier Treffer und zahlreiche Erfolge in der Abwehr. In den letzten Minuten lief die Uhr in Oranienburg also für den TSV Altenholz. Nachdem Torge Greve in der 60. Minute sein erstes Tor des Spiels verwandeln konnte, stand dann fest: 24:27. Der TSV Altenholz tritt die 3. Runde des DHB-Pokals an. Sebastian Opderbeck sagte nach dem Spiel: „Das war ein Pflichtsieg! Manchmal fehlten uns vielleicht einige taktische Hinweise von Wolfgang. Aber letzten Endes haben wir es geschafft und nur das zählt."

TSV Altenholz Lübker, Krieter, Wessig (2), Bitterlich, Drecke (5), Opderbeck (3), Spieker, Greve (1), Jurgeleit, (8/3), Karbowski (3), Schöppner (1), Pekeler (4)

Oranienburger HC Tredup, Büchner, Fritz, Fichs, Stelzig (3), Throl (6), Lehmann, Sigeler (1), Pommerenig, Tourmo, Schröder (1), Groth, Fröhlich (7), Riedel (4), Klimczak, Starke (2/2)


Presseartikel TSV Altenholz Generalanzeiger, 24.09.2008,
 Fenja Hardel


Da war mehr drin

ORANIENBURG In der zweiten Runde des DHB-Pokals musste sich Handball-Regionalligist Oranienburger HC gestern Abend mit 24:27 (12:17) dem TSV Altenholz aus der 2. Bundesliga Nord geschlagen geben.

Ihr Gastspiel in Oranienburg hatten sich die Altenholzer sicherlich etwas anders vorgestellt. Auch, weil es eigentlich ein Wiedersehen der beiden Ex-Nationalspieler Wolfgang Schwenke und Holger Winselmann werden sollte. Doch daraus wurde nichts. Am Dienstag war Schwenke als Trainer von Altenholz zu Bundesligist Rhein-Neckar Löwen gewechselt (wir berichteten). Übergangsweise coachten deshalb die beiden Co-Trainer, Dirk Elvers und Manfred Wegner den Zweitliga-Vorletzten.

Die Turbulenzen vom Vortag machten sich zunächst nicht negativ bei den Gästen bemerkbar. Im Gegenteil. Der TSV übernahm sofort die Initiative, während die Oranienburger doch etwas Respekt vor dem höherklassigen Gegner zu haben schienen. Unterstützt von der kleinen, aber lautstarken Altenholzer Fangemeinde lag der Gast von Beginn an in Führung. Dabei spielte der TSV noch nicht einmal groß auf, sondern profitierte größtenteils von den einfachen Fehlern, die sich der Regionalligist leistete. Viele Angriffe gaben die Gastgeber einfach zu leichtfertig weg. Und so wuchs über die Stationen 2:5 (8.) und 6:10 (16.) der Rückstand der Kreisstädter bis zur Pause auf 12:17 an. Mit etwas ratlosen Gesichtern verließen die OHC-Spieler das Parkett in Richtung Kabine.

Nach dem Wechsel wurde die Begegnung dann endlich zu einem echten Pokalfight. Zwar gelang Altenholz sofort das 12:18. Doch nach vier Treffern in Folge waren die Hausherren beim 16:18 plötzlich wieder im Spiel. Beim Oranienburger Anhang keimte Hoffnung auf - bis sich das Übergangs-Trainergespann der Gäste zu einer folgenschweren Einwechslung entschloss. Denn ab der 37. Minute stand Michael Krieter zwischen den Pfosten des TSV. Krieter, inzwischen 45 Jahre alt, bestritt insgesamt 95 Länderspiele für Deutschland und brachte es auf 450 Bundesliga-Einsätze. Erst vor einigen Tagen verpflichtete er sich noch einmal für einige Spiele bei Altenholz. "Psychologisch hat er den Unterschied ausgemacht", so Winselmann, der gemeinsam mit Krieter bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona dabei war. Gleich fünf mal in Folge scheiterte der OHC am ausgebufften TSV-Keeper. Im Gegenzug setzte sich Altenholz wieder ab (17:23). "Plötzlich wollten alle ganz besonders werfen, anstatt das zu machen, was sie können", ärgerte sich der OHC-Coach über seine in dieser Phase verunsicherten Akteure.

Dass Oranienburg in der Schlussphase allerdings noch zweimal die Chance bekam, das Spiel doch noch zu drehen - beim 20:23 (46.) und beim 24:26 (57.) - hatte zum einen mit dem ungebrochenen Kampfgeist der Winselmann-Schützlinge zu tun. Zum anderen blühte aber auch Enrico Büchner im OHC-Tor regelrecht auf. Trotzdem war die Truppe aus der Nähe von Kiel in der Schlussphase den einen Tick cleverer. Nachdem sowohl Klimczak als auch Throl abermals an Krieter gescheitert waren, entschied der Altenholzer Torge Greve eine Minute vor Schluss mit seinem Treffer zum 24:27-Endstand die Begegnung.


OHC: Tredup, Büchner - Fuchs, Throl (6), Lehmann, Stelzig (3), Siegler (1), Pommerening, Schröder (1), Fröhlich (7), Riedel (4), Klimczak, Starke (2)

Altenholz: Knust, Lübker, Krieter - Wessig (2), Bitterlich, Drecke (5), Obderbeck (3), Spieker, Greve (1), Brandenburg, Plöhn, Jurgeleit (8), Karbowski (4), Schöppner (1), Pekeler (3)


Presseartikel Oranienburger Generalanzeiger, 25.09.2008