OHC I - HSG Tarp-Wanderup 26:26 (14:13)
20.09.2008
Ein Punkt bleibt beim OHC hängen /
Vier-Tore-Vorsprung schmolz / Acht Tore von Stephan Fuchs
Es hat nicht sollen sein: Aus dem
erhofften Doppelpunktgewinn gegen einen der vermeintlichen Staffelfavoriten
wurde für den OHC nichts. Aber zumindest blieb ein Zähler hängen. Wie sagte es
Hallensprecher Ralf Meider nach dem Abpfiff: „Der erste Punkt gegen den
Abstieg!“
Dabei musste einem um die Oranienburger zunächst gar nicht bange sein. Sie
brachten sich ziemlich schnell in eine vorteilhafte Position, die sie lange,
lange nicht hergaben. Der Vorsprung hielt sich im Zwei-Tore-Bereich. Das erste
Mal sorgte Stephan Fuchs beim 3:1 dafür (4. Minute). Für ihn schien das Tor wie
ein Befreiungsschlag zu sein. In der Folgezeit kannte sein Tordrang schier keine
Grenzen. Unwiderstehlich setzte er sich aus dem Rückraum durch und erzielte in
der ersten Halbzeit allein sechs Tore. „Da war er wirklich gut, aber das fehlte
in der zweiten Hälfte, in den Momenten, in denen es drauf ankam“, sagte Trainer
Holger Winselmann nach dem Spiel über den Acht-Tore-Mann. Dank der Fuchs-Tore,
einem gut parierenden Torwart Gunnar Tredup (spielte 60 Minuten durch) und einer
recht gefälligen Spielweise des Teams führte der OHC sogar schon 14:10, ehe der
Gastgeber vor 628 Zuschauern drei Tore in Folge fing und den Vorteil aus der
Hand gab.
Das war ein Warnsignal, auf das die Einheimischen nicht eingingen. Denn so
leicht wie in der ersten Hälfte machten es ihnen die Norddeutschen nicht mehr.
Der bärtige Kay Blasczyk merkte, dass da was geht, trieb seine Mannschaft voran
– als Spielgestalter oder Vollstrecker. „Und wir haben endlich auch aus dem
Rückraum getroffen“, sagte HSG-Trainer Martin Tank, der diese Torgefahr bei
seinem Team in der ersten Hälfte völlig vermisst hatte. So führten die Gäste
nach dem 0:1 nach 36 Minuten beim 16:15 das zweite Mal. Es sollte nicht der
letzte Vorsprung bleiben, selbst wenn Fröhlich und Fuchs (2) noch einmal eine
19:17-Führung für die Oranienburger daraus machten. Für Holger Winselmann kam
hier die entscheidende Phase. „Da haben wir vier Angriffe unverständlicherweise
in den Sand gesetzt. Das darf nicht passieren.“ So blieben die effektiv
spielenden Gäste im Rennen (19:19, 21:22, 25:26), vor allem wegen der
Rückraumtore von Dominik Juckenath. Warum die Schiedsrichter kurz vor Schluss
Sascha Klimczak bei einer rüden Attacke einen Siebenmeter verweigerten, bleibt
wohl ihr Geheimnis.
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 22.09.2008, Stefan
Blumberg

Fans der HSG |

Anpfiff |

bestens aufgelegt: Stephan Fuchs |
 |

Teambesprechung |

in guter Verfassung: Gunnar Tredup |

Teambesrpechung |

Abschied der Gäste |

Abschied |
Nichts für schwache Nerven
ORANIENBURG Im ersten Saison-Heimspiel
der Handball-Regionalliga Nordost kam Aufsteiger Oranienburger HC am
Samstagabend zu einem 26:26 (14:13)-Remis gegen die HSG Tarp-Wanderup und holte
sich nach der 23:28-Niederlage beim HSV Insel Usedom den ersten Punkt.
Auch zahlreiche geladene Gäste, wie der brandenburgische Bildungsminister Holger
Rupprecht (SPD/rechts neben OHC-Präsident Werner Siegler) verfolgten das erste
Saison-Heimspiel.
Ob es ein gewonnener oder ein verlorener Zähler war, fragten sich angesichts der
dramatischen Schlussphase auf jeden Fall die Fans. Bei den Protagonisten selbst
herrschte allerdings Einigkeit. "Natürlich war es ein verlorener Punkt", sagte
Stefan Fuchs, mit acht Treffern der überragende Schütze beim OHC. Und er zeigte
sich trotz seiner starken Leistung am Ende enttäuscht.
Ebenso wie sein Trainer Holger Winselmann, der bereits während des Spiels wild
gestikuliert hatte und nach dem Schlusspfiff erst Minuten brauchte, um Auskunft
geben zu können.
Jene Phase ab der 26. Minute war es, die dem Gastgeber ein wenig den Nerv
gezogen und am Ende wohl auch den Sieg gekostet hatte. Mit 14:10 führte man nach
der vierten Zeitstrafe für die Gäste. Die offiziell 698 Zuschauer waren aus dem
Häuschen. Doch anstatt die Führung weiter auszubauen oder in Überzahl wenigstens
zu verteidigen, kamen die Gäste aus Schleswig-Holstein bis zur Pause noch auf
14:13 heran. Eine mögliche, bessere Ausgangsposition für die zweiten 30 Minuten
war futsch. Bis dahin hatten die Kreisstädter den Gegner mit ihrer extrem
offensiv ausgerichteten Abwehrformation vor erhebliche Probleme gestellt. So
provozierte Ballverluste der Gäste nutzte der OHC, um sich einen kleinen
Vorsprung zu erarbeiten (6:4, 12:8). Dann folgten die vielleicht
spielentscheidenden vier Minuten vor der Pause.
Nach dem Wechsel ging es hin und her. Und spätestens ab der 50. Minute war das
Spiel nichts mehr für schwache Nerven. Es steht 22:22. Mike Schröder bekommt
zwei Minuten, Gunnar Tredup wehrt ab, doch Tarp geht mit 23:22 in Front. Sascha
Klimczak gleicht postwendend aus, Tredup hält erneut (insgesamt 13 Würfe), der
an diesem Tag etwas glücklose Tim Fröhlich vergibt, Tarp geht wieder in Führung
(55.). Christian Riedel gleicht zum 24:24 aus (56.). Die Gäste kontern zum 24:25
und Fröhlich egalisiert wieder (57.). Zwei Minuten vor Schluss erzielt Tarp das
25:26, vom Anwurf weg gleicht Klimczak aus. Tarp hat Anwurf. Tredup hält und der
OHC hat noch 45 Sekunden für den Siegtreffer. Doch Klimczaks Wurf reicht nur zum
Eckball. Dann ist Schluss.
OHC: Tredup, Schmidt - Fritz, Fuchs
(8), Throl (2), Lehmann, Siegler, Pommerening, Schröder, Groth (1), Fröhlich
(4), Riedel (5), Klimczak (3), Starke (3/2)
HSG Tarp-Wanderup: Samuelsen, Henningsen - Weide, Knaack (5/2), Jessen, Giesbert
(2), Juckenath (5), Brüne (3), Schlichting, Schella (3), Blasczyk (6/1), Will,
Jacobsen, Petersen (2/2)
Presseartikel Oranienburger Generalanzeiger, 22.09.2008,
Von Thomas Gutke und Jürgen Zinke
"Das war ein verlorener Punkt"
Handball-Regionalliga: Stephan Fuchs vom Oranienburger HC im Gespräch
ORANIENBURG Mit acht Treffern war Stephan
Fuchs vom Oranienburger HC erfolgreichster Torschütze seiner Mannschaft beim
26:26-Remis in der Handball-Regionalliga gegen die HSG Tarp-Wanderup.
Sportredakteur Jürgen Zinke sprach mit dem 25-Jährigen.
Haben Sie Ihre Tore mitgezählt?
Fuchs: Nein, das interessiert mich eigentlich auch nicht. Entscheidend ist die
Leistung der Mannschaft. Und ob es am Ende auch reicht, das gestellte Ziel zu
erfüllen.
Aber Sie haben sicher gemerkt, dass Sie gegen Tarp eine ganz starke Leistung
gezeigt haben?
Fuchs: Ja, schon. Ich habe mich auch ganz gut gefühlt. Aber am Ende hat es eben
doch nicht für einen Sieg gereicht.
Trainer Holger Winselmann hatte Sie in der vergangenen Saison oft kritisiert und
bemängelt, dass Sie Ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Woher kommt die neue
Qualität?
Fuchs: Wir haben viel und gut trainiert. Ich arbeite jetzt viel mehr mit dem
Körper, sowohl im Angriff als auch in der Abwehr. Man muss einfach wissen, dass
Handball ein Kampfspiel ist, dass man nur mit spielerischen Mitteln nichts
erreichen kann.
Ihr Fazit zum Spiel gegen Tarp-Wanderup: War es am Ende ein gewonnener oder ein
verlorener Punkt?
Fuchs: Ganz klar, das war ein verlorener Punkt. Wir hatten den Sieg in der Hand
und haben es nicht geschafft.
Presseartikel Oranienburger Generalanzeiger, 23.09.2008
Tank-Team wieder nicht überzeugend
Im Rückraum fehlte die Durchschlagskraft
Bereits nach dem zweiten Spieltag ist die
weiße Weste der ambitioniert aufgestellten HSG Tarp-Wanderup befleckt. Beim
Aufsteiger Oranienburger HC reichte es nur zu einem 26:26 (13:14). „Das ist ganz
klar ein Punktverlust“, ärgerte sich HSG-Coach Martin Tank. „Im Rückraum fehlte
die Durchschlagskraft, allein Kay Blasczyk hat uns im Spiel gehalten.“
Die Oranienburger kämpften, zeigten sich unbeeindruckt von der Favoritenrolle
der Gäste und boten für ihre Verhältnisse ein starkes Spiel. Die Folge: Nach dem
0:1 gingen die Treene-Handballer auf Tauchstation, die Brandenburger führten
ständig, beim 13:10 (25.) sogar deutlich. Auf der rechten Seite des Rückraums
herrschte absolute Flaute. Mario Petersen hatte einen unglücklichen Tag
erwischt. Alternativen fehlten, da der angeschlagene Björn Schlichting praktisch
nur Deckung spielte und Simon Lundgaard Petersen weiterhin gesperrt ist. Auf der
anderen Seite taute Dominik Juckenath erst in der Schlussphase auf.
Fast hätte es noch für eine Wende gereicht. Ab dem 20:21 (46.) legte die HSG
regelmäßig einen Treffer vor. Zu mehr reichte es aber nicht, da der insgesamt
solide Abwehr die Kräfte schwanden. „Es fehlte an Konzentration, wir haben uns
ein paar leichte Tore eingefangen“, stellte Martin Tank fest. Die letzten
Sekunden ähnelten einem Wechselbad der Gefühle. Oranienburg glich aus, der HSG
unterlief ein technischer Fehler, den letzten Wurf der Hausherren parierte
HSG-Keeper Malte Samuelsen.
In dieser Woche hat die HSG ein volles Programm. Am Mittwoch (20 Uhr) geht es im
DHB-Pokal gegen den LHC Cottbus, am Freitag (20 Uhr) steigt das Lokalderby gegen
den DHB-Pokal. An den anderen Tagen wird trainiert. „Hätten wir in Oranienburg
gewonnen“, sagte Martin Tank, „wäre die Montagseinheit ausgefallen. Das können
wir uns jetzt aber nicht leisten, wir haben zu viel aufzuarbeiten.“
HSG Tarp-Wanderup: Samuelsen,
Henningsen – Weide, Knaack (3), Jessen, Giesbert (1), Juckenath (5), Brüne (3),
Schlichting, Schella (3), Blasczyk (6/1), Will, Jacobsen, M. Petersen (5/5)
Presseartikel HSG Tarp-Wanderup,
Ingo Breuel