Zwei
Nationalhymnen vor dem Spiel, Russisch sprechende Gegner und eine deutliche
Heimniederlage – beim Freundschaftsspiel gestern Abend war alles ein bisschen
anders als sonst.
Oranienburger HC – Zarja Kaspija Astrachan 26:41 (14:17). Gegen eine
international ambitionierte Mannschaft mit 15 Toren Unterschied zu verlieren
gehört in die „Kategorie standesgemäß“. Eigentlich. Nicht so beim OHC. „Es
hätten fünf, sechs Tore weniger sein können“, fand der Oranienburger Trainer
Holger Winselmann nach der Schlusssirene. Ihn wurmte, dass seine Mannschaft
nicht bis zum Schluss konzentriert bei der Sache war, „vor allem im Angriff“.
Dennoch
hatte der gastgebende Regionalliga-Aufsteiger den groß gewachsenen Gästespielern
lange die Stirn geboten. Sowohl mit Einzelaktionen als auch mit spielerischen
Mitteln suchten die Einheimischen den Erfolg – und fanden ihn. Heiner Throl war
der Mann, der mit dem 1:0 die einzige Führung für den OHC erzielte. So ziemlich
alles gelang dem aufmerksamen Christian Riedel. Er traf wie gewohnt von der
Rechtsaußenposition, von der „Halblinken“ und bei Tempogegenstößen. Torwart
Izmailov schüttelte immer wieder den Kopf, weil ihn seine Vorderleute im Stich
ließen und darüber, wie Riedel die Bälle ins Tor zirkelte. Und da OHC-Torwart
Enrico Büchner einige Wurfgeschosse der Russen hielt, blieben die Oranienburger
vor 300 Zuschauern dran.
2:3, 5:6,
5:9, 10:12 und 14:17 waren die Zwischenstände bis zur Pause. Danach stürmten die
Gäste um den überragend Orlov auf 25:16 (40.) und 32:22 (50.) davon. Sie
agierten kompromisslos, streuten aber auch ein paar technische Schmankerl wie
Kempatricks ein. Bitter: In der von Thomas Stahlberg und Ralf Meider geleiteten
Partie zog sich OHC-Spieler Mike Schröder bei einer Abwehraktion einen
Nasenbeinbruch zu.
Von Stefan
Blumberg