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HC Spreewald - OHC I 30:33
01.05.2008
Hochachtung vor der sportlichen Fairness
des HC Spreewald
Oranienburger HC gewinnt Brandenburger Landespokal und
Rückspiel mit 33:30
Von Frank Selbitz
Handball Brandenurger Landespokal. Das Pokalwunder von Lübben fand am Männertag
nicht statt. Erwartungsgemäß gewann der Oranienurger HC den Brandenburger
Handball-Landespokal, nach 2006 und 2007, zum dritten Mal in Folge. Jedoch war
das zweite Finalspiel für die Schützlinge von Trainer Holger Winselmann kein
Spaziergang, denn der HC Spreewald bot bis zur letzten Sekunde des 30:33 Paroli
und Oranienburgs Präsident Werner Siegert sprach mit „Hochachtung von der
sportlichen Fairness des HC Spreewald“.
Eigentlich war der Pokal schon nach der 19:33 Niederlage im Hinspiel in
Oranienburg entschieden. Doch mit einer guten spielerischen Leistung wollten
sich Weilmünster&Co. im Rückspiel auf das Meisterschaftsspiel am morgigen
Samstag, Anpfiff 18.00 Uhr, einstimmen. Entsprechendes galt auch für die
OHC-Gäste, die „den Hausherren keine zusätzliche Motivation für die
entscheidendere Partie in der Meisterschaft bieten wollten“, so OHC-Spieler
Stefan Fuchs. Schnell führten die Gäste mit 4:1 (5.), da sie kompakter und
robuster in der Deckung standen und vor allem in Christian Riedel einen
torgefährlichen Konter- und Außenspieler besaßen. Allein er stellte bis zum 6:10
(15.) mit sechs Treffern die HCS-Deckung vor unlösbare Probleme.
Die Gäste wirkten im Spielaufbau ruhiger und besonnener, sowie im Abschluss
einen Tick ideenreicher, aggressiver und beweglicher. Hinzu kamen bei den
Hausherren eine Vielzahl von Fang- und Abspielfehlern, die den Oranienburgern
immer wieder schnelle Konter ermöglichten. Hinzu kamen Pfosten und Latte als
Partner eines glänzenden Gäste-Keepers.
Erst als Trainer Marko Siebert die taktische Marschroute auf dem Parkett änderte
und mit Sebastian Ackermann, Matthias Lehmann, Sebastian Schäfer, Paul Schwebel
und Marian Siebert frischen Wind in die Aktionen brachte, kamen die Spreewälder
besser ins Spiel. Jetzt erhielten die HC-Aktionen die nötige Durchschlagskraft
und beim 13:14 (27.) waren die Gastgeber wieder im Spiel. Doch ein Zwischenspurt
der Gäste bescherte diesen eine sichere 17:13 Pausenführung.
Der Pokal war zwar längst entschieden, doch die Partie blieb offen. Vor allem
Matthias Lehmann brachte neue Ideen in die Angriffsaktionen der Spreewälder
hielt die HC-Sieben mit seinen variablen Torwürfen im Fahrwasser. Beide
Mannschaften boten jetzt den Fans eine sehenswerten, fairen Schlagabtausch,
wobei die beiden Schiedsricherinnen, Martina Masnik und Dagmar Belig, mit ihren
souveränen Entscheidungen dem Spielfluss Rechnung trugen.
Da standen die Torhüter, Fabian Otto und Enrico Büchner/Gunnar Tredup, im
Mittelpunkt, aber auch die Werfer Sebastian Schäfer, Matthias Lehmann und
Sebastian Ackermann, sowie Stefan Fuchs und Tim Fröhlich. Beim 23:24 (45.) war
die Partie wieder völlig offen und das Spiel wogte auf und ab. Die
Pokalatmosphäre schwappte vom Parkett auf die Ränge über und die Fans feierten
die Tore ihrer Mannschaften. Erst als mit Christian Riedel der stärkste Akteur
in den Gäste-Reihen wieder ins Spiel gebracht wurde und Konzentration und Tempo
in den Aktionen der Oranienburger anzogen, enteilten diese (spiel)vorantscheidend
auf 32:25 (54.). Doch der HC Spreewald gab sich nicht auf, sondern kämpfte mit
einer vorbildlichen Moral bis zum Schlusspfiff, während die Gäste ihren
Pokaltriumph bereits feierten.
Doch der Jubel der Oranienburger fiel verhalten aus, „denn jeder weiß, dass der
Pokal nur die Kür war und die Pflicht am morgigen Samstag in der Meisterschaft
folgt“, blickte Werner Siegert voraus. „Dieses war der erste Streich ...“, bevor
der zweite folgen kann, gilt es für die Gäste innerhalb von 60 Stunden aber ein
zweites Mal im „Blaune Wunder“ zu gewinnen. Doch für dieses Spiel ist auch der
HC Spreewald nach der Leistung im Pokal-Rückspiel bestens gerüstet.
Der HCS spielte mit Fabian Otto und Daniel Wegner im
Tor, Stephan Pavelka (1), Marian Siebert (2), Sebastain Ackermann (5), Sebastian
Schäfer (6;1), Matthias Lehmann (9), Paul Schwebel, Bert Orbanz (2), Rene Sewald,
Thomas Szymczyk (1), Kai-Uwe Weilmünster (4;3) und Markus Bleicher.
Siebenmeter: HCS 5, 4 verwandelt; OHC 2 verwandelt
Zeitstrafen: HCS 2; OHC 4
Schiedsrichter: Martina Masnik, Dagmar Belig (Potsdam)
Hartmut Paul (Staffelleiter des Brandeburger Handball-Pokals):
„Eine sicherlich interessante Partie zwischen beiden Mannschaften, weniger um
den Pokalgewinn als vielmehr in Hinblick auf die Meisterschaftsbegegnung am
morgigen Samstag. Beide Teams sind steigerungsfähig und das verspricht ein
spannungsgeladenes Meisterschaftspiel.“
OHC-Präsident Werner Siegler:
„Vollkommen erwartungsgemäß haben wir den Pokal gewonnen. Doch wir wussten, dass
wir den HCS im Hinspiel auf dem linken Fuß erwischt hatten und so waren wir vor
dem Rückspiel gewarnt. Für die Spreewälder spricht, dass sie bis zur letzten
Sekunde gekämpft haben und ihren Anteil an einem tollen Handball-Pokal-Tag
geliefert haben. Jetzt hoffe ich nur, dass aller guten Dinge drei Siege gegen
den HC Spreewald sind.“
HCS-Vizepräsident Joachim Orbanz:
„Glückwunsch dem OHC zum verdienten Pokal-Triumph. Doch jetzt hoffe ich, dass
die Meisterschaft andere Gesetze hat und unsere Mannschaft motiviert für die
morgige Partie ist.“
Stefan Fuchs (OHC-Spieler):
„Zufrieden bin ich über den Pokalgewinn und den Erfolg, weniger mit der
spielerischen Leistung, die nicht das Gelbe vom Ei war. Gewinnen wollten wir auf
jeden Fall, um mit Blick auf die Meisterschaft den HC Spreewald nicht
aufzubauen.“
Christoph Wilde (verletzter HCS-Spieler):
„Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind wir diesmal besser ins Spiel gekommen.
Es war natürlich für uns schwer, sich zu motivieren, aber man hat gesehen, dass
wir gekämpft haben und uns nicht aufgegebn haben. Insgesamt hat der OHC den
Pokal verdient gewonnen, dazu meinen Glückwunsch.“
Frank Selbitz
http://www.spreewaldnachtwaechter.de
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