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Füchse Berlin II – OHC I 37:27 (16:13).

23.02.2008

OHC runter vom Thron/Füchse Berlin fügen Spitzenreiter erste Niederlage zu

Sie waren konsterniert, sie waren ausgepumpt, sie waren geschlagen – Spitzenreiter Oranienburger HC kassierte beim Verfolger Füchse BerlinII die erste Saisonniederlage und steht das erste Mal in dieser Saison nicht auf Platz 1 der Liga. In einem atemberaubenden Tempospiel mussten die Oranienburger die Überlegenheit der Hauptstädter anerkennen. Lediglich bis zum 5:3 lagen die Gäste vorn. So nach und nach aber fanden die Berliner in der rammelvollen Halle (sie war noch nie ausverkauft) ihre Linie. Geholfen dabei haben dabei sicherlich auch die Bundesliga-erfahrenen Spieler Toni Kern und René Boese. Nicht zuletzt standen mit Torwart Jens Vortmann und dem jetzt in die von Bundestrainer Heiner Brand in die DHB-Auswahl berufenen Rechtsaußen Markus Richwien zwei Klasseleute im Füchse-Aufgebot. „Wir wollten uns davon nicht beeindrucken lassen“, sagte OHC-Torwart Gunnar Tredup. Genau wie seine Teamkollegen musste er die Dominanz der Füchse anerkennen. „Da kamen von dem Kern manche Bälle aufs Tor, die habe ich gar nicht gesehen!“

Bereits nach 21 Minuten führten die Hausherren 11:6. Vor allem, weil die Füchse – sie haben nicht umsonst den besten Angriff der Liga – eine sehr gute Torwurfquote vorwiesen, sondern weil die OHCer immer wieder am Füchse-Keeper scheiterten.

Dieses Missverhältnis sollte mit der Hereinnahme von Vortmann nach der Pause (16:13) noch deutlicher werden, auch wenn Oranienburgs Trainer Holger Winselmann sowohl mit personellen Wechseln als auch mit anderen Deckungsvarianten versuchte, die Angriffswellen zu stoppen. Der Vorsprung wuchs und wuchs. Eine Viertelstunde vorm Ende stand es 26:18. Den kleinen Hoffnungsschimmer der Gäste, die binnen kurzer Zeit auf 26:22 verkürzten, machten die Berliner aber wieder zunichte (29:23/50.). Fünf Minuten vorm Ende gelang den Gastgebern erstmals der Zehn-Tore-Vorsprung, den sie bis zum Ende hielten.

„Die zehn Tore Unterschied stören mich“, sagt OHC-Kapitän Riccardo Tourmo. „So viel schlechter waren wir nicht. Aber der Sieg geht in Ordnung. Es war ein Wahnsinns-tempo. Da kann ich alter Mann nicht mehr mithalten.“ Dass die Oranienburger die Schiedsrichter nicht auf ihrer Seite hatten, war zwar nicht spielentscheidend, diente aber nicht gerade zur Motivation der Oranienburger; das betraf Entscheidungen bei Siebenmetern, Zeitstrafen oder der roten Karte gegen Sascha Klimczak nach einem Tempogegenstoß. „Ich habe ihn nicht berührt, das gab er selbst zu“, so „Klimme“.

Die Füchse sind jetzt am Oranienburger HC (beide 30:4 Punkte) in der Tabelle vorbeigezogen und besitzen in der „kleinen Wertung“ einen Vorteil: Sie gewannen mit zehn Toren Unterschied, der OHC das Hinspiel nur mit sechs Toren. Sb

Oranienburg: Tredup, Büchner – Fuchs, Groth (3), Throl (4), Schücke (6/1), Fröhlich (2), Klimczak (3), Lehmann, Tourmo (5/1), Siegler, Riedel (3), Loge (1).