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OHC I – TMBW Berlin 32:29 (13:12).
16.02.2008
Kraftakt / Nur Tim Fröhlich in
überdurchschnittlicher Form
Die OHC-Spieler sind nicht immer nett zu ihren Fans. Am
Sonnabend ließen die Männer auf der Platte die Zuschauer 27 Minuten warten, ehe
Sascha Klimczak die erste Führung des Spitzenreiters erzielte. Und in der
Schlussphase fuhr das Team die Ernte nicht schon rechtzeitig ein, „sondern
leichtfertig mit dem Fünf-Tore-Vorsprung um“, fand Trainer Holger Winselmann.
Richtig in Fahrt kam der OHC gegen den Tabellenvierten nicht. Ständig rannten
die Einheimischen einem Rückstand hinterher. Der resultierte aus Lücken in der
Abwehr und einer schlechten Wurfquote. „Sicherlich war der Mittelblock heute
nicht unsere stärkste Waffe“, meinte Christian Riedel nach dem Spiel zu den
mitunter großen Löchern in der Defensive. 2:0, 4:2 und 6:4 lagen die Gäste vorn.
Riedel gelang beim 6:6 (17.) das erste Mal der Gleichstand. Hoffnung auf mehr
machte die erste Führung (11:10/27.) und der mit der Pausensirene verwandelte
Wurf von Tim Fröhlich zum 13:12-Halbzeitstand. „Ich war nicht unzufrieden mit
der ersten Hälfte. Mehr konnte nicht rausspringen, wenn man allein drei
Siebenmeter vergibt“, konstatiert der OHC-Coach. Riedel (beim 2:4), Klimczak
(beim 7:7) und Martin Siegler (beim 8:9) scheiterten vom Punkt. Zudem
entschärfte TMBW-Keeper Björn Schumann fünf, sechs Bälle des Gastgebers.
Auf die Tube drückten die Hausherren nach dem Wechsel. Dem Ausgleich (13:13)
folgten fünf Tore in Folge zum 18:13 (38.) und eine Viertelstunde vor Schluss
eine scheinbar beruhigende 22:16-Führung. Die hatte sich der OHC mit
aggressivem Abwehrverhalten, Paraden von Torwart Gunnar Tredup und effektiv
ausgespielten Angriffen hart erarbeitet. Heiner Throl, Danny Groth, Riccardo
Tourmo zeigten in der Defensive Biss, im Angriff taten das der dynamische Tim
Fröhlich oder Rechtsaußen Christian Riedel mit ihren Toren. Auf diesem Niveau
kann der OHC spielen. „Aber dann kam ein unerklärlicher Bruch. Die ganze
Vorbereitung auf dieses Spiel war umsonst. Manchmal denke ich, meine Worte sind
für die Katz“, so der verärgerte Holger Winselmann. „Bei so einem Vorsprung muss
doch nachgesetzt werden. Diese Bereitschaft vermisse ich bei einigen Spielern.
Es gibt keinen Grund, ängstlich zu agieren.“ So machten es die Oranienburger in
der Schlussphase selbst spannend. Der Vorsprung schmolz: 23:20 (50.), 26:23
(53.) und 29:26 (57.) waren Zwischenstationen. Der jetzt im Angriff wieder
zielstrebige OHC legte immer einen Treffer vor, kassierte aber prompt noch
schnellere Gegentore (Anwurf- Tor), strapazierte die eigenen Nerven und die der
Zuschauer. Christian Riedel: „Aber man darf nicht vergessen, dass TMBW auch eine
gute Mannschaft beisammen hat.“
OHC: Tredup, Büchner – Fröhlich (8), Throl (4), Siegler
(1), Fuchs (3), Klimczak (2), Tourmo (4/1), Riedel (6), Schröder (1), Lehmann,
Loge, Groth (3), Fritz.
Stefan Blumberg - Märkische Allgemeine Zeitung
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