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PSV Berlin – OHC I 24:32 (12:17).

24.11.2007

Mit Klimczak steht und fällt das Spiel

Das Gurkenspiel in Lübbenau (knapper 29:28-Sieg) schien der OHC fast abgehakt zu haben. Denn die Mannschaft spielte am Sonnabend mit Leidenschaft und phasenweise auf sehr hohem Niveau. Aber diese Qualität ging nach der Neun-Tore-Führung (24:15) Mitte der zweiten Halbzeit verloren – zum Ärger von Trainer Holger Winselmann, der den Leistungsabfall und die hohe Fehlerquote zum Ende der Partie nicht verstehen konnte.

Die Oranienburger wirkten bissig und geradlinig, legten zum 4:2 vor. Aber so richtig rund lief es nicht. Bis zum 6:6 war alles offen, dann führte der Spitzenreiter 8:6, geriet aber nach einem verworfenen Siebenmeter und einer abgewehrten "Hundertprozentigen" in Rückstand (8:9). Die Wende läutete der Mann des Spiels, Sascha Klimczak, ein. Kaum war er eingewechselt, ging ein Ruck durch das OHC-Team. Klimczak passte in der Abwehr auf wie ein Schießhund, leitete Tempogegenstöße ein und übernahm vor allem als Torschütze Verantwortung. Seine Gewaltwürfe aus dem Rückraum und seine dynamischen Durchbrüche an den Kreis stellten die PSV-Abwehr vor unlösbare Rätsel. Zehn Minuten nach seiner Hereinnahme lag der OHC mit 14:10 vorn, zur Pause 17:12.

Der OHC-Motor lief weiter auf Touren. Der Vorsprung wuchs und wuchs: 22:14, 26:16. Doch das OHC-Feuerwerk wurde abrupt beendet. Offensiv-Aktionen gelangen kaum noch. Ungenaue Abspiele in die Hände des Gegners, unmotivierte Würfe oder vergebene Siebenmeter – der Spitzenreiter schaltete einen Gang runter, nur Torwart Enrico Büchner nicht, er hielt unhaltbare Bälle. "Es wurde viel durchgewechselt. Ich denke, dass wir hier viel deutlicher hätten gewinnen können", sagte Sascha Klimczak nach dem Spiel. Torwart Gunnar Tredup sah den Schlendrian im Team: "Wenn man so hoch führt, ist es nicht so leicht, am oberen Level weiterzuspielen. Zumindest war es eine Steigerung zum Lübbenau-Spiel."

Am Ende war es – auch ohne den zuletzt überragenden Frank Schücke – ein deutlicher Sieg vor einer stimmungsvollen Kulisse (etwa 200 Zuschauer). Sascha Klimczak schränkt aber ein: "Gegen eine Mannschaft wie den HC Spreewald, der am Sonnabend zu uns kommt, wird diese Leistung aber nicht für zwei Punkte reichen."

OHC: Büchner, Tredup – Fritz (2), Loge (3), Throl (4), Groth (2), Fröhlich (4), Tourmo, Fuchs (2), Riedel (5/2), Kroll (2), Klimczak (8), Lehmann.

Märkische Allgemeine Zeitung